Künast: "Kauft deutsch, Volksgenossen!"
Renate Künast will was für den Wirtschaftsstandort tun. Die Ökosteuer abschaffen? Die Solar-und Windsubventionen kippen? Der Gentechnik die Fesseln abnehmen? Nicht doch. Sie bleibt lieber bei Altbewährtem, das schon früher für Vollbeschäftigung gesorgt hat:
Quelle: Die Welt
Ob ihr mal einer verklickern sollte, daß zu Adolfs Beschäftigungsprogramm auch Raubkriege und - schlimmer noch - Autobahnbau gehörten?
Künast ruft zum Kauf deutscher Produkte auf
Verbraucherschutzministerin wertet dies als Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Scharfe Kritik an der Wirtschaft
Hamburg - Verbraucherschutzministerin Renate Künast hat die Bundesbürger zum Kauf deutscher Produkte aufgerufen. Die Grünen-Politikerin sieht dies als Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen: „Jeder kann etwas für mehr Beschäftigung in Deutschland tun: Er muß sich überlegen, wo die Produkte hergestellt sind, die er kauft“, sagte sie der „Bild am Sonntag“ und ergänzte: „Die Babypuppen kommen alle aus China, die Strampler aus der Türkei, die Turnschuhe aus Vietnam.“ Das gebe es alles auch von deutschen Herstellern.
Quelle: Die Welt
Ob ihr mal einer verklickern sollte, daß zu Adolfs Beschäftigungsprogramm auch Raubkriege und - schlimmer noch - Autobahnbau gehörten?



12 Comments:
komisch - weder spiegel.de noch tagesschau.de noch heute.de ist das eine meldung auf der startseite wert (habe nicht geschaut, ob sie *überhaupt* was dazu bringen). eines jedenfalls ist sicher: wäre das aus der union gekommen, man könnte die rufe der empörung bis zum nordpol hören. soviel zur springer'schen "bedrohung der meinungsvielfalt". zum kotzen.
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Anonym, at 9:19 PM
Ganz genau! Und wäre dies von einem FDP-Minister gekommen, hätte man wieder den Vorwurf "Partei der Besserverdienenden" gehört...wer soll sich den Öko-Luxus (5 DM Liter Benzin, keine ausländischen "Dumping" Waren, keine Billiflüge, Bioprodukte für alle) denn noch leisten können?! Spass beiseite: das ist kein Verbraucherschutz, sondern die altbewährte grüne Gutmenschenpolitik mit dem erhobenen Zeigefinger. Dankenswerterweise greift BILD es ganz groß auf-in Pro7 und Sat1 geht es wohl noch nicht..:-)Von der so besonders vielseitigen Medienlandschaft wird nun auch Hand in Hand das Rennen wieder für offen erklärt. In diese neue Situation passen Fehltritte von Grünen einfach nicht rein! Über die grüne 48h Quassel-Rallye kommt aber überall etwas in der Presse....
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Oliver Luksic, at 11:43 AM
Ich finde den Vorschlag absolut richtig. Es macht weder Sinn, sich Butter aus Irland transportierne zu lassen und damit unsere Autobahnen zu verpesten und zu verstopfen, noch T-Shirts bei Läden zu kaufen, die Näherinnen in China beschäftigen, die 10 EUR im Monat verdienen.
Jedenfalls hat es nichts mit Deutschtümelei zu tun, auf Auswüchsen unserer Wirtschaftsgesellschaft mahnend hinzuweisen
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Blanker Kaas, at 10:45 PM
Yasmins Freund/Ehemann???
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Ch. Arm, at 10:49 PM
"Es macht weder Sinn, sich Butter aus Irland transportierne zu lassen und damit unsere Autobahnen zu verpesten und zu verstopfen,"
Das entscheidet der Markt.
Wenn es keinen Sinn macht, sind die Transportkosten höher als die Preisdifferenz als solche, die irische Butter also ingesamt teurer im Laden.
Andernfalls überwiegt der komparative Vorteil so stark, daß er selbst den Transportaufwand mehr als rechtfertigt.
Bitte nicht oberlehrerhaft und ohne sich auf Fakten zu stützen dem Markt erkären wollen, was Sinn macht und was nicht!
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AS, at 11:05 PM
"Jedenfalls hat es nichts mit Deutschtümelei zu tun, auf Auswüchsen unserer Wirtschaftsgesellschaft mahnend hinzuweisen"
Es hat aber was mit Deutschtümelei zu tun, deutschtümelnd die Vorteile offenen und Freien Handels zu leugnen zwecks Abschottung des Binnenmarktes vor der bösen weiten Welt.
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AS, at 11:09 PM
ich muß dem blanker kaas zustimmen.
Brauchen wir Kaffe aus Afrika und Südamerika, wenn es gerösteter Chiccoree auch tut ?
Warum Zimt und Pfeffer aus dem Ausland importieren, wenn hier doch Petersilie und Pfefferminz wachsen ?
Statt orginal Zuckkerrohr-Rum von karibisch-kubanischen-Kommunisten lieber Österreichischer Strohrum (moment, gelten die Ösis als Deutsch, oder sind das auch schon Ausländer ?).
Nur auf die Bananen sollten wir nicht verzichten, sonst endet das wie 1989 in der DDR...
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Alrik, at 7:28 PM
Die Argumentation auf Grundlage wirtschaftlicher Erwägungen geht an der Sache vorbei.
Ich weiss nicht, ob Frau Künast darauf abzielte, aber Tatsache ist, dass ein Grossteil der Konsumenten, die heute 5 Cent beim Einkauf sparen, weil die Butter aus Irland ja so viel billiger ist, "und das rechnet sich im Jahr schon ganz schön", morgen aufheulen werden, wenn wieder einmal Untersuchungen belegen, dass anderswo "andere" Qualitätsmassstäbe gelten.
Das hat überhaupt nichts mit "Deutschtümelei", "Gutmenschentum" oder "Öko-Fanatismus" zu tun.
Es mag in den vergangenen Jahren für in D hergestellte Produkte genauso häufig (publizierte) Skandale gegeben haben wie für Produkte aus dem Ausland, der Kern ist aber, dass bei Herstellung "um die Ecke" entweder man selbst, oder durch Einwirken von Journalisten und Politikern eine entsprechende Autorität vor Ort nachprüfen kann. Dies funktioniert eben nicht, wenn der Produktionsort 1.000km entfernt liegt.
Im übrigen gab es in den USA seit den 50ern immer wieder - zuletzt unter Reagan - Konjunkturprogramme unter dem Label "Buy American!" Das dieses Prinzip ausgerechnet in diesem Blog so geschmäht wird, kann ich nicht nachvollziehen.
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Niko, at 7:28 PM
Protektionismus wird von uns strikt abgelehnt, egal von welchen Personen bzw. Parteien.
Das im Jahre 2002 von George W. Bush initiierte Programm zur Stärkung der amerikanischen Automobilwirtschaft lehne ich z.B. natürlich auch ab, obwohl es von einem Menschen kommt, dem ich in seiner außenpolitischen Richtung nahezu 100% und in seiner innenpolitischen Richtung zumindest größtenteils zustimme.
Ein protektionistisches Verhalten wie damals ("you are American and your car is American" lautete der damalige Werbeslogan) oder auch die neueren Stahlzölle sind unsinnig und falsch.
Auch Frau Künast ist hier im Unrecht. Nicht nur, dass sie eigentlich zwischen den Zeilen den in der Überschrift erwähnten Slogan propagiert, nein, sie fordert ja geradezu eine "freiwillige" Abschottung von fremden Märkten. So etwas ist in kleinster Weise gutzuheißen, es ist ein katastrophaler Rückschritt in alte, protektionistische Zeiten die wir alle sicherlich nicht möchten.
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Ch. Arm, at 7:57 PM
"Die Argumentation auf Grundlage wirtschaftlicher Erwägungen geht an der Sache vorbei."
Aber natürlich!
Sollen wir uns über die 11% der WASG und 7% (und sinkend) der FDP wirklich noch wundern? Ich meine, ist irgendjemand hier noch ernsthaft überrascht?
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Alex N., at 8:34 PM
"Ich weiss nicht, ob Frau Künast darauf abzielte, aber Tatsache ist, dass ein Grossteil der Konsumenten, die heute 5 Cent beim Einkauf sparen, weil die Butter aus Irland ja so viel billiger ist, "und das rechnet sich im Jahr schon ganz schön", morgen aufheulen werden, wenn wieder einmal Untersuchungen belegen, dass anderswo "andere" Qualitätsmassstäbe gelten."
Ob eugrndwer mit seiner wie auch immer getroffenen Kaufentscheidung hinterher zufrieden oder unzufrieden ist, ist keine politische Frage, geht die Politik nichts an, hat keine Relevanz für politische Entscheidungen und sollte von Politikern bestenfalls daheim bei Kaffee und Kuchen, aber nicht in ihrer politischen Funktion debattiert werden.
"Im übrigen gab es in den USA seit den 50ern immer wieder - zuletzt unter Reagan - Konjunkturprogramme unter dem Label "Buy American!" Das dieses Prinzip ausgerechnet in diesem Blog so geschmäht wird, kann ich nicht nachvollziehen."
Oh je. Mein Kollege hats schon kurz erläutert. Bin leicht enttäuscht, daß wochenlamges Posten immernoch solche Mißverständnisse zuläßt... ;)
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AS, at 9:49 PM
Was ich nicht verstehe, ist folgendes:
Wenn in der Gesellschaft ein derartig breiter Konsens besteht, dass man örtlich hergestellte, ökologische und hochpreisige Produkte kaufen sollte...
...warum macht das dann kaum einer?
Liegt es vielleicht daran, dass der Konsens eben gar nicht vorhanden ist und sich nur kaum einer traut, eine von den grünen Parolen abweichende Meinung zu vertreten?
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Karsten Dürotin, at 9:32 AM
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