Montag, Juli 04, 2005

IG Metall im Intelligenzrausch

Bereits früh morgens kann einem unvorstellbar furchtbares passieren. Bereits zu früher Stunde tauchte plötzlich gänzlich ungewollt das Mitgliedsheftchen der IG Metall auf meinem Schreibtisch auf. Das Titelbild sprach mich bereits an, dachte ich mir doch, wie oft man diese Parole wiederholen muss um sie dem gemeinen Gewerkschaftsmichel einzubläuen. Der Innenteil war jedoch noch besser. Viel besser. In einem sehr gut kopiertem Spiegel-Niveau wurde hier über den Neoliberalismus geschrieben. Nun bin ich selbst kein all zu großer Freund des Neoliberalismus, ist er mir doch in vielen Bereichen zu sozialliberal und weit entfernt von dem von mir deutlich bevorzugten klassischen Liberalismus. Wie auch immer, die IG Metall musste natürlich dem von Heuschreckenplagen gepeinigten Gewerkschaftsmichel neues Futter servieren. Ich nehme mir die Freiheit und zitiere ein wenig aus der pdf-File, die den Artikel jedem zugänglich macht.

Die Sozialdarwinistin Thatcher hat keinen Skrupel, immer mehr Wettbewerb zu fordern und in Großbritannien
durchzusetzen


Sozialdarwinistin...Nun ja, deutlich wird die unbeschreibliche Dummheit und Ignoranz dieses IG Metallers bei dem zweiten Teil. Vor der Einführung des Wettbewerbes sollte man also Skrupel haben, unbeschreiblich was diese Steinzeitkommunisten da von sich lassen.

Sie kämpft gegen Gewerkschaften und betreibt massiven Sozialabbau


Ja wunderbar! Der Kampf gegen die Gewerkschaften ist nicht nur richtig sondern unbedingt erforderlich, genauso wie massiver Sozialabbau!

Außerdem privatisiert die Eiserne Lady alles was zu privatisieren
ist


Ebenfalls wunderbar! Was gibt es dagegen auszusetzen? Vielleicht könnte man den IG Metallern mal erklären, wie hilfreich es sein kann zu solchen Aussagen auch Argumente zu liefern. Aber der deutsche Gewerkschaftsmichel darf bloß nicht überfordert werden.

Der Neoliberalismus wird mit Thatcher sowie auch US-Präsident Ronald Reagan salonfähig und breitet
sich weltweit aus.


Oh je oh je, diese böse, alles vernichtende Seuche grassiert ja regelrecht! Wie furchtbar! Sie wird uns alle töten!!!

Zu spät entdecken die Politiker, dass nicht alles aus der ehemaligen DDR
schlecht war


Genau! Sozialismus, Totalitarismus, unfreie Wahlen, Stasi, Berliner Mauer, fehlende Reisefreiheit, enormes Wohlstandsgefälle zum Westen, etc. etc.
Und genau in ein solches System gehören diese verbohrten Gewerkschaftsdeppen hin. Hoffen wir nur, dass nicht all zu viele Leser diesen Schwachsinn ernst nehmen und sich selbst ein eigenes, richtiges Meinungsbild ausarbeiten.



10 Comments:

  • es hilft alles nix. Mauer muß wieder her. Alle, die wählen gehen in den Osten - dort dürfen sie sich "sozial" besteuern, enteignen, knechten, bevormunden, was auch immer - ich wünsche gutes Gelingen. Alle Freiheitsfreunde und Politik-Geheilte in den Westen.

    By Anonymous Anonym, at 4:23 PM  

  • ach, das sind doch nur die letzten zuckungen einer sich auflösenden organisation.
    den gewerkschaften wird mehr bedeutung zugemessen, als sie eigentlich verdienen. die reden doch schon lange nicht mehr auf augenhöhe. das zeigt der mitgliederschwund doch recht plastisch.

    By Anonymous puster, at 4:36 PM  

  • Durch die Privatisierungen zahlt der Bürger nun nicht mehr 3,60 DM für eine Minute Telefonat in die USA sondern nur noch 4,5ct. Das ist schon schlimm. Scheinbar wurde dadurch der Seuche des Neoliberalismus Tür und (T)Ohr geöffnet.

    By Blogger Christian Lapide, at 5:04 PM  

  • Och nö !

    Nicht schon wieder der böse, böse Neoliberalismus.

    Können die sich nicht mal endlich ne andere Leier einfallen lassen?

    By Anonymous matthias, at 12:45 AM  

  • Ah, Moment, kleines Update ....

    Beim Verfasser dieses Pamphlets handelt es sich offensichtlich um Albrecht "www.nachdenkseiten.de" Müller.

    Jener Albrecht Müller, der sich damit brüstet in den 70ern einmal Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt gewesen zu sein.

    Einer der Highlights auf seiner Homepage: "Warum die Vorschläge zur flexiblen Lohnsenkung oder zur Aufhebung von Flächentarifverträgen gegen den Geist der Marktwirtschaft verstoßen"

    Alles klar?

    By Anonymous matthias, at 1:09 AM  

  • K.U. Benneter die Witzfigur hat gestern bei "Unter den Linden" so einen ähnlichen Stuß von sich gegeben.

    Die CDU würde mit ihrem "kalten, marktradikalen Kurs die soziale Marktwirtschaft untergraben".
    Erhardt würde sich im Grabe umdrehen bei soviel ignoranter Unwissenheit.

    Ich verstehe nur nicht warum schwarz-gelb nicht endlich mal Stellung dazu nimmt. Es wäre ein großer Anfang, hätten wir wirklich die von Erhardt durchdachte Marktwirtschaft.

    "Ich meine, daß der Markt an sich sozial ist, nicht daß er sozial gemacht werden muß" Ludwig Erhardt

    Punkt.

    By Anonymous Alabama, at 11:33 AM  

  • Das Problem wird darin liegen, daß es innerhalb der CDU zu viele Herz-Jesu-Marxisten gibt, die man nicht brüskieren will und diejenigen, die diesen Gewerkschaftsstuß glauben für Argumente kaum zugänglich sein dürften, ansonsten müßten sie eigentlich selbst die Inhaltslosigkeit der gedroschenen Phrasen erkennen.

    By Anonymous Barbarossa, at 2:33 PM  

  • Das ist schon klasse, da kritisieren sie den "britischen bzw. amerikanischen Weg" und maulen über die bescheidende Reallohnentwicklung in Deutschland und belegen das mit einer Grafik, wo auf Platz 2 und 3 - na, wer wohl? - die USA und das vereinigte Königreich stehen.

    Köstlich!!

    By Anonymous Anonym, at 4:00 PM  

  • Die Herz-Jesu-Marxisten, da könnte was dran sein. Sogar die Kirche ist unterwandert.

    Der neue Papst muss vieles verändern in unserem armen Land.
    Die Vehemenz, mit der Benedikt damals als Kardinal für die Glaubenslehre gegen die marxistische Befreiungsbewegung vorgegangen ist, lässt allerdings wenigstens für die hlg. Kirche hoffen.

    Was aber natürlichen unsere Supersolidar-christen a la Geißler nicht hindern wird weiterhin Blödsinn zu reden.

    By Anonymous Alabama, at 6:20 PM  

  • Hierzu passend ein gewerkschaftliches Stück Statistik, das eindrucksvoll belegt, wie "dreckig" es den Werktätigen in neoliberalen Gefilden über die Jahre so geht. Und im Gegensatz dazu wie "gut" in Sozendeutschland.

    Entwicklung der Reallöhne 1995 - 2004 in %:

    Schweden 25,4
    GB 25,2
    USA 19,6
    Irland 19,4
    Dänemark 15,6
    Niederlande 11,9
    Frankreich 8,4
    EU 7,4
    Belgien 6,4
    Spanien 5,4
    Österreich 2,8
    Italien 2,0
    Deutschland -0,9

    (Quelle: WSI-Archiv)

    lol

    By Anonymous Anonym, at 10:44 AM  

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