Dienstag, Mai 31, 2005

Soziale Kirchentage

Zu unserer aller Bedauern ging gestern der 30. Evangelische Kirchentag zu Ende.
Zu unserem Bedauern? Natürlich nicht!
Wir sind froh darüber, dass dieses sozialistische Fest unter dem Deckmantel der religiösen Nächstenliebe endlich ein Ende gefunden hat. Dabei sind wir natürlich nicht gegen die Religion, keinesfalls. Allerdings bleibt mir das Frühstück im Halse stecken, wenn ich so manche politische Äußerungen im Rahmen dieser Kirchentage höre und lese. Heute morgen stand in der FAZ - welche ich übrigens kostenlos, aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen von Volvo Deutschland bezahlt, beziehe - man störe sich an der "schamlosen Ordnung in der Wirtschaft". Eigentlich ist diese Ordnung weder schamlos noch in irgendeiner Weise abzulehnen. Die Person mit der besten Kompetenz und der besten Leistung bekommt auch das bestmögliche Output. Darin kann ich keinerlei Probleme erkennen. Die zweite Aussage, die mir mein Frühstück verdorben hat, kam aus dem Munde des bald ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder:

Er forderte ein stärkeres deutsches Engagement bei der Hilfe für die ärmeren Länder der Erde: Wir können und wir müssen da noch besser werden. Unter starkem Applaus sagte er: Was könnte man mit dem Geld, das für den Irak-Krieg ausgegeben wird, alles tun.


Das Geld ist gut angelegt, lieber Gerhard. Statt Mugabe & Co zu unterstützen oder weiterhin afrikanischen Staaten den Erwerb von AK-47 und AK-74 zu ermöglichen wurde hier einem Volk die Möglichkeit gegeben, eine Basis für Demokratie und Marktwirtschaft zu begründen und sich eines menschenverachtenden Diktators zu entledigen.
Aber auf solche Ideen kommen Kirchenvertreter anscheinend nicht. Sie müssen selbstredend weiterhin ihre Kundschaft bedienen und sie mit warmen Phrasen von "Sozialer Gerechtigkeit", "Frieden" und "Sozialer Nächstenliebe" umwerben.

Wir jedenfalls halten von dieser Art Werbekampagne - wie auch von der BP Kampagne - rein gar nichts!



Sonntag, Mai 29, 2005

Nous félicitons la France pour le << Non >>!

Unsere Nachbarn im Westen, die Franzosen, hatten heute die Möglichkeit, demokratisch plebiszitär über die EU-Verfassung abzustimmen. Ungefähr 55 % lehnen diese Grundlage eines Regierungsapparates in Brüssel ab. Zwar sicherlich aus nicht gerade sehr rationalen Argumenten, doch auch wir sind gegen diese Verfassung. Es ist nicht duldbar, dass Deutsche, Österreicher und Franzosen einem anderen EU Volk bestimmte Gesetzte aufzwingen können. Wir sind gegen eine Profilierung Frankreichs und Deutschlands, die bei einer ratifizierten EU Verfassung unmittelbar eine Marktverzerrende Stellung einnehmen werden. Wir sind gegen eine Zentralregierung in Brüssel und die damit verbundenen Einbußen in der Freiheit des Marktes, der Freiheit des Wettbewerbes und den damit einher gehenden Einbußen an der Freiheit der Bürger.
Sicherlich ist die EU als Wirtschaftsunion und auch als Wertegemeinschaft, jedoch mit den richtigen Werten und nicht den fadenscheinigen sozialistischen Werte, sehr begrüßenswert. Doch zu mehr sollte es nicht kommen.
Die Unabhängigkeit der Staaten in ihrer Gesetzgebung muss gewährleistet sein. Und noch viel mehr die Freheit des Marktes, des Wettbewerbes und der Bürger!



Sendepause

Manche Leser haben es vielleicht schon bemerkt: Ich habe im Moment nicht besonders viel Zeit, um hier zu posten. In den nächsten Wochen werden private und berufliche Verpflichtungen mir noch weniger Zeit für Brushfires lassen. Deshalb werde ich einige Zeit über selten, wenn überhaupt, Beiträge verfassen.

Währenddessen übernimmt mein werter Kollege Ch.Arm den Laden hier.

Viel Spaß und bis dahin,

A.

PS: Sorgen wir für ein liberales Deutschland diesen Herbst!



Warnung

Gerade heimgekommen von einem umwerfenden Musikfestival muss ich nach einer längeren Autobahnfahrt folgende Dinge wieder feststellen. Ein Ford Ka ist ein schlimmes Fahrzeug, nicht nur wegen seiner abstoßenden Optik, nein, hauptsächlich wegen den Fahrerinnen. Ich bin NICHT frauenfeindlich, ganz und gar nicht, aber es sind eben nur Fahrerinnen - ausgenommen Lebensabschnittsgefährten, die dieses Vehikel zum Tüv bringen, den es hoffentlich zum Wohle der Allgemeinheit nicht besteht. Schlimmer als die Optik ist eben die Fahrweise der allermeisten Pilotinnen eines Ford Ka. Irgendwie müssten ALLE Ford Ka nach zwingend logischen Gesichtspunkten sehr schnell den Unfalltod erleiden. Aber irgendetwas schützt sie. Stattdessen führt ein Ka nur zu Nervenzusammenbrüchen bei anderen Verkehrsteilnehmern. Einerseits während einer lockeren Teestunde, bei der diesem Automobil einfach mal Attribute wie "süß", "knuddelig" oder "toll" zugesprochen werden und
, even worse, das Fahrzeug mit einem Namen versehen wird. (Nicht aber einem passenden Namen wie "wunderschönes Kraftwerk" sondern eben Namen wie "Sven", "Stefan" oder "Karl") Andererseits, und viel schlimmer, auf der Straße, während im normalen Straßenverkehr die Morgenschminke aufgetragen wird, eine Parklücke von schätzungsweise 23 x 5 m sich als zu klein erweist oder das Schalten ohne Kuppeln ("hä? was soll ich kuppeln?") zur Normalität gerät. Der fade Beigeschmack ist nur, dass Ka Fahrerinnen sehr häufig durchaus gut aussehend sind. Aber dies täuscht nicht über die fundamentalen Mängel der - wenn auch attraktiven - Fahrerinnen im Verkehr hinweg. Ein Ka ist eine potenzielle Gefahr für Sie, Ihre Umwelt und Ihr Fahrzeug.
Deshalb eine Warnung: Falls Sie einem Ka in freier Wildbahn begegnen, umfahren Sie ihn weiträumig.
Ihrem Nervensystem zu liebe.



Samstag, Mai 28, 2005

Der Niedergang

Das Ende der 68er Generation rückt näher!
Das Kalkül Schröders scheint klar: Durch die Verknüpfung der Vertrauensfrage über die Unternehmensbesteuerung am 1. Juli mit den Gegenstimmen der Grünen Fraktion Neuwahlen am 18. September in die Wege zu leiten. Die nicht getätigte Koalitionsaussage der SPD für die Grünen und der Konfrontationskurs der „Öko-Stalinisten“ lassen den Schluss zu, man bereit sich auf Seiten der Grünen auf die Rolle der Oppositionspartei vor.
Durch das klare Bekenntnis der Physikern Merkel für die Atomenergie und den damit konform gehenden Kurs der FDP werden sich die Grünen auch bald bereits mit verlängerten Laufzeiten, möglicherweise sogar Neugebauten Atomkraftwerken konfrontiert sehen. In manchen Kreisen der Union wird auch bereits um eine Senkung der Ökosteuer bei gleichzeitiger Anhebung der Mehrwertssteuer nachgedacht. Nicht nur die Regierungsbeteiligung durch einen abschlusslosen Straßenkämpfer, einer Bäuerin und einem – mit Verlaub – Trottel, der natürlich ebenfalls bereits als Straßenkämpfer erfolgreich war, scheinen in der Vergangenheit zu liegen, sondern auch zwei wichtige Vorzeigeprojekte der Grünen, der völlig unüberlegte und unsinnige Ausstieg aus der Kernenergie als auch die anmaßende Ökosteuer stehen mehr als nur auf der Kippe.
Mit den Grünen geht allerdings verlässt aber nicht nur eine politische Partei die Bühne, auch die Menschenzerstörende und Deutschland in den Abgrund stürzende Ideologie einer speziellen Generation hat ihren unverdienten Zenit längst überschritten.
Namhafte Historiker und herausragende Politikwissenschaftler nahmen die Hoffnungen zahlreicher liberal denkenden Menschen bereits vorweg und kündigten das Ende der 68er Generation an. Den immensen Schaden, den die "68er" mit ihrem sozialistischen und in der Tat Menschenzerstörender Ideologie angerichtet haben zu beheben wird natürlich noch dauern, aber die Vertreter wie auch die Partei dieser unsagbar schlechten Ideologie sehen ihrem Untergang entgegen. Sie befinden sich im freien Fall und werden bald den Boden erreicht haben.



Freitag, Mai 27, 2005

Wechselstimmung

Das aktuelle Politbarometer von heute:

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Dienstag, Mai 24, 2005

Besorgniserregend

Oskar Lafontaine, ein weiterer Grund dem kleinsten Flächenbundesland Saarland den Rücken zu kehren, tritt nun also aus der National Sozial Demokratischen Partei Deutschlands aus um für ein so genanntes Linksbündnis von SED + 16 Jahre und der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit am 18. September anzutreten. Dieses Linksbündnis hat Zukunft. Leider. Zwar könnte es der SPD deutlich schaden, doch besteht hier eine große Gefahr, dass eine linksradikale Partei mit deutlichen Parallelen (sehr schwieriges Wort) zum rechten Rand sich als eine Art Volkspartei etablieren könnte – und schlimmer noch – einige Verbrecher aus dem früheren SED Regime nun endgültig in der demokratischen Akzeptanz des Volkes stehen. Genauso deutlich wie man gegen ein Bündnis der DVU und NPD zur Bundestagswahl vorgehen müsste, besteht auch hier bei diesem neuen Linksbündnis unter Lafontaines Federführung akuter Handlungsbedarf. Deutlich müssen sich die demokratischen Parteien gegen diese Wahlalternative aussprechen, die keineswegs eine wirklich Alternative bietet und bieten darf. Bei einer klugen Pressearbeit dürfte sich dieses Linksbündnis nahezu sicher im Bundestag fühlen, zudem werden nicht wenige enttäuschte SPD Wähler sich der WASG + PDS zuwenden, ganz zu schweigen von dem Potenzial bei den momentanen Nichtwählern. Auch die Betrachtung der politischen Einstellungen bei Jugendlichen gibt Anlass zur Sorge. Nicht wenige identifizieren sich jetzt bereits mit der NPD und PDS, wie viele werden wohl nun sich der gesellschaftsfähigen linksradikalen Partei zuwenden?
Reinhard Bütikofer hat es treffend formuliert, dass sich hier Vergangenheit mit Vergangenheit verbündet ohne jegliche Zukunftsaussichten oder in die Zukunft zu blicken.
Es bleibt abzuwarten, ob das Linksbündnis seine Chance nützt und einige Menschen in Deutschland verführt und zerstört und Beschämenderweise den Einzug in das deutsche Parlament schaffen wird.
Wir hoffen nicht!



Montag, Mai 23, 2005

Deutschlands letzte Chance

Die schwerste und am längsten anhaltende Krise des Arbeitsmarktes in der Geschichte dieser Republik hat sich als Sargdeckel des rot-grünen "Projekts" erwiesen. Was bleibt, ist eine Bundesregierung mit blank liegenden Nerven, die die nächsten Monate damit verbringen wird, sich und die Nation auf die kommende Rolle der SPD und Grünen als Opposition vorzubereiten.

FDP und Union schauen dem Herbst mit Optimismus entgegen. "Jeder Tag, den Rot-Grün nicht regiert, ist ein guter Tag für unser Land", verkündet Angela Merkel. "Wir sind bereit", bekräftigt Guido Westerwelle den Tatendrang der Liberalen, nur wenige Wochen, nachdem Wolfgang Gerhardt bereits ein Regierungsprogramm vorgestellt hat. Ist dieser Optimismus berechtigt? Wird das Jahr 2005 als weiterer Wendepunkt deutscher Geschichte, als Beginn einer marktwirtschaftlichen und bürgerlichen Erneuerung des Landes in die Bücher eingehen?

Fakt ist, daß noch einige Fallstricke lauern. Schröder hat sich und seiner Partei die Demütigung erspart, über ein weiteres Jahr Prügel von links und rechts und eigentlich überall her zu beziehen, um dann abgewählt zu werden - oder, schlimmer noch, durch irgendeine Wendung des Schicksals weitere vier Jahre einem abgewirtschafteten und konzeptionell bankrotten Kabinett vorzustehen. Wenn er im Herbst verliert, dann hat das Treiben der letzten Monate einiges an Vorlagen für die Oppositionsrolle geliefert. Schon im Vorfeld ist ein Wahlkampf unter dem Motto "Die sind noch viel asozialer als wir, und Kapitalisten obendrein!" wohl zu erwarten, und wenn wenige Tage nach der Wahl die Arbeitslosigkeit nicht halbiert sein sollte, ist es absehbar, wem die Roten und Grünen von den Oppositionsbänken aus die Schuld geben werden. Sollte Schröder diesen Herbst überraschenderweise überstehen, so wäre dies andererseits ein wahres Wunder.

Nichtsdestotrotz: Einiges an dieser Wahl stimmt uns hoffnungsfroh. So war die Wahlbeteiligung spürbar höher, und nicht etwa geringer, als vor fünf Jahren. Nicht das Wegbleiben frustrierter linker Sozialdemokraten hat also die Wahl entschieden, sondern eine aktive Entscheidung vieler Wähler für die CDU und die FDP. Die linksradikale Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit erhielt nur zwei Prozent der Stimmen, allen Befürchtungen insbesondere der Sozialdemokaten zum Trotz. Und nach einem Fernsehbericht und einer darin zitierten Umfrage (die Bestätigung warten wir zur Zeit noch ab) hat die Anti-Marktwirtschafts-Rhetorik Münteferings und anderer Sozialdemokraten der SPD in den Augen einer Mehrheit geschadet, nicht genützt. All das deutet darauf hin, daß es nicht wenige Menschen hierzulande gibt, die Schröder nicht etwa "zu neoliberal" finden - sondern mit ihrer Stimme eine Neuauflage der DDR nach den Vorstellungen von Münte, Lafontaine, Schreiner & Co. verhindern wollen.

Welche Schlüsse ziehen wir daraus? Es gibt Hoffnung. Das ökosozialistische Experiment liegt in seinen letzten Zuckungen und hat seine Glaubwürdigkeit längst verspielt. Daß der Weg aus der Misere, nach fast Jahrzehnten der falschen Weichenstellungen, kein Spaziergang sein kann, ist uns klar. Nun bietet sich die Chance einer gesunden Roßkur. Es ist ganz klar, daß das den Abschied angenehmer und wohliger Privilegien und Pfründe bedeutet. Aber als Lohn winkt die Vision einer gesundenden, wieder erwachten Nation, die wieder Teil hat am Fortschritt der Welt in wachsender Freiheit und wachsendem Wohlstand. Wenn es gelingt, die euphorische Aufbruchstimmung gestern und heute zu erhalten, ist die Chance für einen Neuanfang so groß wie nie: Der Leidensdruck der zurückliegenden Jahre hat auch noch dem Letzten klargemacht, daß es nicht wie bisher weitergeht. Die Bereitschaft, sich auf einen mutigen Befreiungsschlag einzulassen, kann und soll der nächste Schritt sein - darum wird es in den nächsten Monaten gehen. Mit liberalkonservativer Kontrolle über Bundestag und Bundesrat und inhaltlich vorbereiteten Opposition besteht die Chance auf rasches, fruchtbares und durchgreifendes Handeln, bevor erneute Landtagswahlen für Ablenkung sorgen. Zusammen mit dem Versprechen von Hoffnung - durch Konsistenz, handwerklich gute Gesetzgebung, durch das Aufweisen von Perspektiven z.B. durch bessere Zuverdienstmöglichkeiten für Transferempfänger - ermöglicht dies die Wende.

Nutzen wir die Chance - viel mehr davon wird es für Deutschland nicht geben!



Sonntag, Mai 22, 2005

Jetzt geht`s los, jetzt geht`s los!

Wenn das mal kein Grund zur (Vor)Freude ist!

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Es war abzusehen, doch die Bestätigung ist ein wirklich herrliches Gefühl!

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Freitag, Mai 20, 2005

Zuversicht und Patriotismus

...oder Durchhalteparolen und Propaganda? Diese Frage entscheidet ein klar denkender Mensch, in dem er sich der Wirklichkeit stellt.



Gefunden bei Nunquam retrorsus.



Gute Neuigkeiten aus Südkorea

Gibt es einen besseren Beweis für die Notwendigkeit von Stammenzellenforschung als diese fantastische Neuigkeiten aus Südkorea?

Cloning of Human Stem Cells Speeds Up

Scientists have created nearly a dozen new lines of human embryonic stem (ES) cells that for the first time carry the genetic signature of diseased or injured patients. The breakthrough represents a dramatic increase in the efficiency of creating such lines and may eventually pave the way for treating conditions such as spinal cord injury with stem cell transplants.


Hoffentlich werden auch in Deutschland endlich bald die letzten Hürden bei der Stammzellenforschung fallen!



Grüne...

So werben die Grünen in NRW. Die Kommentierung ersparen wir uns an dieser Stelle.

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(Danke für den Hinweis an unseren Leser O.Luksic)



Mittwoch, Mai 18, 2005

Ein Mangel an Persönlichkeit

Gerade läuft die Pressekonferenz des BMJ über die Offenlegung von Managergehältern. Die Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypris, gab heute dort bekannt, diese Offenlegung von Managergehältern würde am Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden und tritt zum Geschäftsjahr 2007 in Kraft. Unternehmen die an der Börse notiert sind, werden somit gezwungen, variable und auch fixe Gehaltskomponenten zu veröffentlichen. Die bisherige Gesetzeslage verlangte "nur" eine Offenlegung der Gesamtbezüge aller Manager.
Nicht nur, dass man hier einen erhebliche Einmischung des Staates in Interna eines Unternehmens feststellen muss, es zeigt auch wiederum einen Mangel an Persönlichkeit und Verantwortungsbewusstsein des Kabinetts. Es ist ein völlig inakzeptabler Zustand und ein Persönlichkeitsdefizit, die Offenlegung der eigenen Bezüge strikt zu verweigern, anderen jedoch genau diese Offenlegung aufzuzwingen. Während es in anderen Demokratien wie z.B. im Vereinigten Königreich eine Selbstverständlichkeit darstellt, sich über die Bezüge seines Abgeordneten zu informieren, so ist dies in Deutschland nahezu unmöglich, doch verlangt das grün-rote Kabinett von politikfernen Unternehmen genau dieses zu tun. Meßlatten, die ich anderen setze, selbst anzustreben, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ansprüche, die ich an andere stelle, selbst zu erfüllen, ebenfalls. Alles andere ist nicht aufrichtig und völlig inakzeptabel, genauso der Zustand wie sich die deutsche Politik momentan ungeheuer anmaßend in wirtschaftliche Abläufe einmischt und wie zu früheren Zeiten ständig versucht, Entscheidungen in der Wirtschaft mitzubestimmen und bzw. oder zumindest zu beeinflussen.
Das Kapital eines Unternehmens gehört den Aktionären, fühlen sich diese durch ihren Vorstand nicht gewinnorientiert vertreten, sollten die Eigentümer allein mögliche Vorgehensweisen festlegen. Auch sollten sie die Mehrheitsbestimmungsrechte selbst festsetzen, sicherlich ist der Staat dazu nicht befähigt. Alternativ könnte natürlich auch die Börsenaufsicht diese Dinge im Auftrag behandeln, ähnlich der Gesetzeslage in den Vereinigten Staaten.
Zu solchen - und den vielen, vielen anderen - Eingriffen und Einmischungen in die Wirtschaft ist der Staat, die Politik, nicht annährend legitimiert.
Solche und andere Vorgehensweisen der aktuellen Tagespolitik lassen eigentlich nur einen Schluss zu, dass die wirtschaftliche wie auch die persönliche Freiheit in Deutschland mit Füßen getreten wird.

It would scarcely be an exaggeration to say that the greatest danger to liberty today comes from the men who are most needed and most powerful in modern government, namely, the efficient expert administrators exclusively concerned with what they regard a s the public good


Die Freiheit kann nur erhalten bleiben [...], wenn sie nicht bloß aus Gründen der erkennbaren Nützlichkeit im Einzelfall, sondern als Grundprinzip verteidigt wird.


Wie Recht Herr Hayek doch hat!



Montag, Mai 16, 2005

Sorry, wegen den ganzen Toten und so...

Die WELT: "Newsweek" pfuscht bei Koranschändungsbericht

Das US-Magazin „Newsweek“ hat eingeräumt, daß sein Bericht über Koranschändungen in Guantanamo möglicherweise falsch war. Die folgende Koran-Wut forderte 17 Tote

Washington - Die Meldung in der „Newsweek“-Ausgabe vom 9. Mai hatte in Afghanistan und anderen islamischen Ländern antiamerikanische Ausschreitungen und Demonstrationen mit mindestens 17 Todesopfern ausgelöst. Über 100 Menschen waren verletzt worden.


In Afghanistan werden amerikanische Flaggen verbrannt, in Gaza und Islamabad greifen fanatische Muslime zu blutiger Gewalt, um ihrem Ärger (*) Luft zu machen, islamische Theologen drohen mit Jihad, falls die Verantwortichen nicht an ein islamisches Land ausgeliefert werden, und US-Soldaten überall auf der Welt fürchten um ihr Leben. Und warum? Weil ein Redakteur die Glaubwürdigkeit seiner Quellen etwas überbewertet hat, so lange es nur in die eher pazifistische Linie des Hauses paßte. Vielen Dank auch für die Richtigstellung.

(*) Ihrem Ärger darüber, wohlgemerkt, daß eine Zeitschrift behauptet, irgendwo auf Kuba sei ein Buch eine Toilette heruntergespült worden. Bei Instapundit wird darüber diskutiert, ob diese Vorwürfe, selbst wenn sie wahr gewesen wären, die Tötung von Menschen gerechtfertigt hätten.



Die angemessene Reaktion von Pentagon-Sprecher Lawrence DiRita:

DiRita exploded, "People are dead because of what this son of a bitch said. How could he be credible now?"




Übrigens wären haltlose Beschuldigungen islamischer Terroristen gegenüber uns "Ungläubigen", wie diese vermeintliche Koranschändung, nichts Neues, sondern werden von der Quaida als Trick empfohlen:

U.S. military officials said such claims are standard terrorist tactics.

"If you read the al Qaeda training manual, they are trained to make allegations against the infidels," Army Col. Brad Blackner told Newsweek.




(via Cox & Forkum)



Steuer auf Licht ?

Eigentlich war ich ja der festen Überzeugung, der 1. April sei vorbei. Aber bei dieser Nachricht muss es sich einfach um einen verspäteten Aprilscherz handeln.

Luxemburg (dpa) - Im Kampf gegen Säuglingssterblichkeit in armen Ländern will die Europäische Union (EU) Flugpassagiere zur Kasse bitten. Offen ist aber zunächst, ob ein Aufschlag von einem oder zwei Euro pro Ticket verpflichtend oder freiwillig sein soll. [...] Deutschland tritt mit einigen anderen Mitgliedstaaten für eine Abgabepflicht ein.


Mir jedenfalls fehlt jegliche Erklärung.
Allerdings rege ich eine Steuer auf Licht an um den Menschen nördlich des Polarkreises zu helfen. Auch denkbar wäre eine Steuer auf Geräusche um Taubstummen ein besseres Leben zu geben.



Sonntag, Mai 15, 2005

Alltagskomik

Nein, wir haben mit diesem Vorgang nichts zu tun. Und nein, auch mit dieser Sache haben wir nichts zu tun. Natürlich beteuern wir auch hier unsere Unschuld.
Anscheinend sind diese massenhaft Vögel zerfetzende Apparaturen auch Feuersbrünsten nicht abgeneigt.
Wir jedenfalls hoffen auf mehr brennende Utopien des Herrn Tritt-Ihn, desto schneller, desto besser, Deutschland braucht Raum und Platz für neue Atomkraftwerke und nicht diese 50m hohen Fackeln mit eingebauter Vogel- und Steuergeldervernichtungsgarantie.



Freitag, Mai 13, 2005

Warum?

Das deutsche Wahlvolk, oder besser das Wahlvolk in Nordrhein-Westfalen, scheint sich wirklich für nichts zu schade zu sein. Ist der Verursacher für diese beunruhigende Wahlumfrage von Infratest-Dimap die von Müntefering angestoßene Kapitalismusdebatte oder sind es die neusten Entgleisungen der Gewerkschaften?
Es bleibt uns ein Rätsel, wie die SPD in den letzten zwei Wochen zwei Prozentpunkte dazu gewinnen konnte, wir wollen einfach nicht glauben, dass Münteferings linksradikaler Unfug Früchte trägt.



Donnerstag, Mai 12, 2005

"Eine gute Karikatur"



Die IG Metall, die offenbar Julius Streicher als Karikaturisten für ihr Mitgliedermagazin hat gewinnen können (siehe dazu Medienkritik, Liberalismus.at), ist ganz empört darüber, daß FDP-Chef Guido Westerwelle ihre "gute Karikatur" kritisiert:

IG Metall: Ausfälle Westerwelles gegen Mitgliederzeitung „metall“ sind grotesk und lächerlich

Frankfurt/Main - Die IG Metall hat FDP-Chef Guido Westerwelle vorgeworfen, mit seinen Ausfällen gegenüber dem Titelbild des Gewerkschaftsmagazins „metall“ von unangenehmen Sachverhalten im Rahmen der aktuellen Kapitalismusdebatte ablenken zu wollen. „Seine Kritik ist grotesk und lächerlich“, sagte IG Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis am Freitag in Frankfurt.

Die Karikatur auf der Titelseite von „metall“ spitze das Problem einer bestimmten Anlagestrategie insbesondere amerikanischer Unternehmen metaphorisch zu und erfülle damit alle Kriterien einer guten Karikatur. „Die in der Titelgeschichte von „metall“ erwähnten Unternehmen kommen nun einmal hauptsächlich aus den USA“, sagte Arwanitidis. Schon deshalb sei der Vorwurf der „Ausländerfeindlichkeit von Links“ absurd. [sic!]


(Quelle: IG Metall Pressedienst)

Die Unternehmen, gegen die die IG Metall hetzt, sind nun einmal amerikanisch. Das soll laut IGM auch noch beweisen, daß die Kampagne nicht ausländerfeindlich sei. Beweist es nicht eher das Gegenteil?

Mich wundert, daß bisher die Staatsanwaltschaft nicht mit Bezug auf §130 StGB aktiv geworden ist:

§ 130 Volksverhetzung

(...)

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1. Schriften (§ 11 Abs. 3), die zum Haß gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, daß Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,

a) verbreitet,

b) öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,

c) einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht oder

d) herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Buchstaben a bis c zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen

(...)


Vielleicht sollten wir ja Anzeige erstatten.



UPDATE: Davids Medienkritik hat das Thema aufgegriffen. Insbesondere ruft Ray dazu auf, den Metallern per E-Mail die Meinung zu sagen. Dem schließen wir uns an: Und wenn es nur ein paar Zeilen sein mögen, es ist wichtig, daß solche Demagogen Gegenwind spüren!

Darum bitten wir Sie, sich ein bißchen Zeit zu nehmen und eine E-Mail an die Redaktion der Mitgliederzeitschrift (metall-redaktion@igmetall.de), mit Kopie an die Pressestelle (pressestelle@igmetall.de), zu schreiben. Tun Sie etwas gegen die grassierende antikapitalistische und fremdenfeindliche Hysterie im Land - schreiben Sie den Metallern eine E-Mail und posten Sie sie als Kommentar hier oder auf Medienkritik!

Ich setze das Datum dieses Posts übrigens neu, damit er ganz oben erscheint.



Mittwoch, Mai 11, 2005

A Time for Choosing

Vor einiger Zeit hat Brushfires bereits darauf aufmerksam gemacht, daß der sich zuspitzende Konflikt um die Marktwirtschaft in Deutschland tatsächlich eine Wegscheide markiert. Auch Amerika stand vor einigen Jahrzehnten vor der Entscheidung, den Wohlfahrtsstaat auszubauen oder die Marktwirtschaft zu wählen. Im Präsidentschaftswahlkampf 1964, als der großartige Barry Goldwater für die Republikaner kandidierte, hielt der ehemalige Demokrat Ronald Reagan eine bemerkenswerte Rede zu seiner Unterstützung:

A Time for Choosing

I am going to talk of controversial things. I make no apology for this.

(...)

This is the issue of this election: Whether we believe in our capacity for self-government or whether we abandon the American Revolution and confess that a little intellectual elite in a far-distant capital can plan our lives for us better than we can plan them ourselves.

You and I are told we must choose between a left or right, but I suggest there is no such thing as a left or right. There is only an up or down. Up to man's age-old dream-the maximum of individual freedom consistent with order or down to the ant heap of totalitarianism. Regardless of their sincerity, their humanitarian motives, those who would sacrifice freedom for security have embarked on this downward path. Plutarch warned, "The real destroyer of the liberties of the people is he who spreads among them bounties, donations and benefits."

The Founding Fathers knew a government can't control the economy without controlling people. And they knew when a government sets out to do that, it must use force and coercion to achieve its purpose. So we have come to a time for choosing.

Public servants say, always with the best of intentions, "What greater service we could render if only we had a little more money and a little more power." But the truth is that outside of its legitimate function, government does nothing as well or as economically as the private sector.

Yet any time you and I question the schemes of the do-gooders, we're denounced as being opposed to their humanitarian goals. It seems impossible to legitimately debate their solutions with the assumption that all of us share the desire to help the less fortunate. They tell us we're always "against," never "for" anything.

(...)

We are for aiding our allies by sharing our material blessings with nations which share our fundamental beliefs, but we are against doling out money government to government, creating bureaucracy, if not socialism, all over the world.

We need true tax reform that will at least make a start toward I restoring for our children the American Dream that wealth is denied to no one, that each individual has the right to fly as high as his strength and ability will take him.... But we can not have such reform while our tax policy is engineered by people who view the tax as a means of achieving changes in our social structure....

Have we the courage and the will to face up to the immorality and discrimination of the progressive tax, and demand a return to traditional proportionate taxation? . . . Today in our country the tax collector's share is 37 cents of every dollar earned. Freedom has never been so fragile, so close to slipping from our grasp.

Are you willing to spend time studying the issues, making yourself aware, and then conveying that information to family and friends? Will you resist the temptation to get a government handout for your community? Realize that the doctor's fight against socialized medicine is your fight. We can't socialize the doctors without socializing the patients. Recognize that government invasion of public power is eventually an assault upon your own business. If some among you fear taking a stand because you are afraid of reprisals from customers, clients, or even government, recognize that you are just feeding the crocodile hoping he'll eat you last.

(...)

Those who ask us to trade our freedom for the soup kitchen of the welfare state are architects of a policy of accommodation.

(...)

You and I have a rendezvous with destiny. We will preserve for our children this, the last best hope of man on earth, or we will sentence them to take the first step into a thousand years of darkness. If we fail, at least let our children and our children's children say of us we justified our brief moment here. We did all that could be done.


Anderthalb Jahrzehnte später war er selbst Präsident, und die USA begannen sich als marktwirtschaftliche Gesellschaft neu zu erfinden.



Vorstellung bei Davids Medienkritik

Nach einer Vorstellung als deutschsprachiges Blog der Woche bei Davids Medienkritik sind unsere täglichen Besucherzahlen von 150-200 auf über 500 angestiegen. Vielen Dank an Ray für diese Ehre, und vielen Dank allen erstmaligen Lesern für ihren Besuch. Wir laden Sie ein, auch einmal in unserem Archiv zu stöbern, um sich ein Bild von diesem noch recht jungen Blog zu machen.

Wir - das sind zwei junge Deutsche, die den freien Markt dem bevormundenden Beamtenstaat vorziehen, Freiheit für einen universell menschlichen Wert überall in der Welt halten und Fortschritt und Technologie begrüßen.

Über E-Mails, Kommentare und Debatten freuen wir uns stets.

Willkommen!



A note to our English-speaking readers: First of all, thank you very much for your interest in German affairs and in the German blogospere - despite the language barrier.

We are, unfortunately, not able to provide an English-language version of this blog due to sheer time constraints (yes, we have a life), but we realize that first-hand insights into the political debate within Germany are of interest to an international audience of blog readers as well. Babelfish is quite useful, but should be used with caution - a quick test run showed that it makes lots of funny but grossly misleading mistakes. To look up words, expressions and phrases, we very much recommend dict.cc. Lastly, Davids Medienkritik provides a great English-language window into the German public and allied German blogs.

In the future, we will consider translating individual articles published here at Brushfires into English if we consider them of special interest to an international readership. If and when that happens, we will announce it over at Medienkritik.



Dienstag, Mai 10, 2005

Weltanschauung, Schadenfreude, Kuschelpädagogik

Heuschnupfen und ein toter Hamster sind zusammen soviel wert wie der Tod eines Onkels - zumindest für alle, die in England künftig ihre GCSEs oder A-Levels ablegen. Die BBC:

A system giving students extra marks if they have suffered personal trauma is being defended by an exams authority.

GCSE and A-level pupils in England are given 5% more if a parent dies close to exam day or 4% for a distant relative.

They get 2% more if a pet dies or 1% if they get a headache. Critics say the system panders to an "excuse for everything" attitude.


Die genauen Boni für diverse Wechselfälle des Lebens sind in einem Infokasten im oben verlinkten Artikel nachzulesen. Nachdem schon in der Vergangenheit die A-Levels immer leichter geworden waren, ist neben Noteninflation nun auch ein Haustiermassensterben um die Prüfungen herum zu befürchten ("Sorry, Fluffy, but I really need an A").

Kein Wunder, daß sich Universitäten mit hohem akademischen Standard not amused zeigen.

Vielleicht sollte sich zu den putzigen Germanismen im Englischen nach Blitzkrieg & Co. auch ein weiterer deutscher Export gesellen: Kuschelpädagogik.

(via Marginal Revolution)



Böser, böser Cowboy

Wenn man diesen Artikel aus der IHT liest, sich dann noch vor Augen führt wie couragiert George W. Bush einem Vladimir Putin gegenüber tritt, sich ferner vorstellt wie sehr George W. Bush auch in der Slowakei gefeiert wurde, ja, dann könnte man meinen, im Gegensatz zum "alten Europa" wächst dort eine ganz andere, sympathische, aufstrebende Generation heran.
Im alten Europa wird man sowieso in nicht all zu langer Zeit erkennen, dass die ehemals unter sowjetischer Knechtschaft leidenden, osteuropäischen Staaten Westeuropa in nahezu allen Belangen in 20 Jahren ebenbürtig mit Westeuropa sein werden, sofern sich die gesellschaftliche und politische Lage in Westeuropa nicht gravierend ändert.



Alles Scheiße außer Kuba!

Wie sehr mochten wir diesen Ruf der uns von etwa zweihundert PDS-Zotteln entgegenhallte bei unserer Demonstration in Mainz beim Besuch des amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Natürlich gibt es davon auch die "lighte" Variante, zu sehen immer auf deutschen Schulhöfen, Innenstädten oder Discotheken. Die vielen Jugendlichen mit Che Guevara T-Shirts, zahlreichen schwachsinnigen linksradikalen Buttons an der Kleidung und die Stimme des hirntoten Michael Moore im Ohr.
Wenn wir uns solche Meldungen über die Zustände in Kuba vor Augen führen, könnte man ja glatt meinen, es sei falsch, solche linksradikalen Insignien zu tragen, aber nein, so lange es sich ja um linksradikale Dinge handelt, besteht keinerlei Gefahr. Diese Jugendlichen tragen ja nur ihre alternativ Haltung zur Schau. Würde jemand Rechtsradikalismus als alternativ bezeichnen, so würde er - völlig zu Recht - öffentlich gebrandmarkt. Aber so lange es ja nur linke, alternative Gruppen sind, besteht ja kein Problem. Wenn sie sogar mit ihrem Bekenntnis zu Che Guevara noch politisches Interesse zeigen, umso besser.
Wir empfehlen zur Behandlung der Jugendlichen mit solchen Symptomen dringend Liberalismus und andere, etwas schönere und bessere T-Shirts.



Sonntag, Mai 08, 2005

Realsatire



Das Ergebnis von 30,000 Euro und mehreren Monaten Arbeit. Mehr dazu beim Handelsblatt.



"Keine gute Zeit, in Deutschland zu sein"

Die Frankfurter Allgemeine hat, ähnlich wie Brushfires, eine Presseschau ausländischer Stimmen zur deutschen Anti-Kapitalismus-Hysterie zusammengestellt (vielen Dank an Davids Medienkritik für den Fund).

Auszüge:

Obwohl in Großbritannien die sozialen Ungleichgewichte viel größer sind als in Deutschland, obwohl viel mehr Unternehmen von Private-Equity-Gesellschaften aufgekauft und umstrukturiert werden, obwohl Bankiers in der Londoner City ein Vielfaches des Gehalts eines Vorstandes der Deutschen Bank verdienen, ist den Briten die neue deutsche Diskussion suspekt.

In vielen Zeitungen wird zwar erklärt, daß die populistischen Attacken des SPD-Parteivorsitzenden Franz Müntefering und die biblischen Vergleiche mit der Heuschreckenplage gezielte Wahlpropaganda darstellten. Die "Financial Times" schreibt dennoch, es sei "dreist und dumm", inländischen und ausländischen Investoren zu drohen. "Wer soll denn in einem solchen Land mit einem solchen politisch vergifteten Klima investieren - vor allem wenn man die anderen Investitionsmöglichkeiten in der Europäischen Union in Betracht zieht?"

(...)

Daß Deutschland nun versuche, sich mit Mindestlöhnen, Protektionismus und Investorenschelte gegen den Wettbewerb von außen zu wehren, wird in vielen Blättern moniert. "Es ist wirklich fraglich, ob gerade das dazu beitragen kann, das Hochlohnland Deutschland international wettbewerbsfähiger zu machen", kritisiert die Straits Times aus Singapur. "Es ist schade, aber die meisten Deutschen sind offenbar jetzt schon erschöpft und dies nach nur wenigen Jahren schmerzvoller Anpassungen im Wohlfahrtsstaat und am Arbeitsmarkt."

(...)

Angesichts der Kritik von Frankreich und Deutschland an der Globalisierung und ihrer Angst vor der Konkurrenz der osteuropäischen Nachbarländer bemerkt die Herald Tribune: "In gewissem Sinne versuchen diese reichen westlichen Länder die alten Mauern gegen Kapital und Arbeit wieder aufzurichten, die es damals, vor dem Fall des Eisernen Vorhangs, gab." Die Kritik in Europa habe derzeit die gleiche Stoßrichtung: Die deutsche Kapitalismuskritik, die französische Globalisierungskritik und die Kampagne der britischen Konservativen gegen die Immigranten appellierten an dieselbe Angst: die Angst der Bürger vor der unbekannten Welt draußen.

(...)

Der durchschnittliche Sozialdemokrat hasse Ackermann, weil dessen Gehalt zunehme, während sein eigenes sinke. "Hier geht es nicht um Regulierungen oder Besteuerung, dies ist eine Debatte um den freien Markt an sich", betont die Financial Times, die vor allem in der Londoner City entscheidend zur Meinungsbildung internationaler Großinvestoren beiträgt: "Dies ist keine gute Zeit, in Deutschland zu sein."


Amen.



Fröhlichen V-E Day!

Brushfires of Freedom wünscht allen Lesern einen fröhlichen Victory Day!

...trotz diesen mich schockierenden und zugleich mit Wut erfüllenden Aussagen Vladimir Putins:

Unser Volk hat nicht nur sein Heimatland verteidigt, es hat auch elf europäische Staaten befreit. Die Rote Armee ist kein Besatzer Osteuropas gewesen.


Was müssen die Menschen in genau diesen Osteuropäischen Staaten empfinden, wenn sie solche Äußerungen voll Hohn und Spott wahrnehmen?

Und "unser" lieber Gerhard bittet natürlich diesen "lupenreinen Demokraten" um Vergebung. Für mich bleibt es dabei, dass Amerikaner, Briten und Kanadier den weiten Weltkrieg gewonnen haben, zusammen mit all den heroischen Widerstandskämpfern in den besetzenden Ländern und eben nicht das Nachfolgesystem des Nationalsozialismus, personifiziert durch Josef Stalin.
Schon irgendwie symptomatisch, dass Schröder ausgerechnet Russland an erster Stelle um Vergebung bittet, während die vom Deutschen Reich besetzten Staaten im Westen und Norden allenfalls später genannt werden. Sofern er diesen überhaupt eine solche Aufmerksamkeit zukommen lassen wird. Ganz zu schweigen von aufrichtiger Dankbarkeit für die Taten der Westalliierten.



Samstag, Mai 07, 2005

Weltpresse: Deutschland sucht Sündenbock

Manchmal bedarf es eines gewissen Abstandes von den Dingen, um die großen Linien klarer zu erkennen. In Nachrichtenartikeln und Kommentaren befasst sich das Ausland mittlerweile mit dem, was die Deutschen selbst als "Kapitalismusdebatte" verniedlichen. Die Financial Times Deutschland hat dazu unter dem Titel "Von Listen und Ungeziefer" jüngst geschrieben:

Im Ausland wird die Kapitalismusdebatte noch unter einem weit düstereren Stern gesehen. Hier geht es um die Frage, ob sich die Deutschen als freiheitliches Gemeinwesen begreifen oder ob sie wieder einmal dabei sind durchzuknallen.


Brushfires hat einige dieser Stimmen zusammengestellt, angefangen bei einem sehr lesenswerten Artikel im Economist, der Deutschland auf der Suche nach Sündenböcken sieht:

Some German politicians want to blame international business and finance, not themselves, for the country’s sluggish economy

MANY of Germany’s roughly 5m unemployed, and thousands of others whose jobs seem daily under threat, have understandably been looking for someone to blame for their plight. An economic-reform programme launched in March 2003 does not seem to have turned things around much. In fact, forecasts last week halved previous estimates for GDP growth this year to a mere 0.7%.

So when Franz Müntefering, head of the SPD, the leading party in Germany’s governing coalition, found a scapegoat last month in the form of “international capital”, there was a spontaneous cheer from at least half the population, and furious rebuttal from business leaders and right-wing politicians. Mr Müntefering attacked the behaviour of certain financial firms whose profit-maximising strategies were a long-term threat to “our democracy”. He described them as “swarms of locusts that fall on companies, stripping them bare before moving on.”


Der Chef des Londoner Büros von Fox News weist in einer Kolumne auf TechCentralStation auf den Zusammenhang mit allgmeinerem Antiamerikanismus hin und identifiziert den Sozialstaat als eigentlich deutsches Problem:

Now that the specter of American military hegemony has apparently worn thin, Germany's Socialists have rummaged around deep in their collective closet and dug out a bogeyman straight out of their dog-eared copies of Das Kapital to blame for the economic anemia of their welfare state: global capitalism.

Or, more precisely, capitalist "locusts."

In a recent speech to party conference in Berlin, the chairman of the ruling Social Democratic Party, Franz Müntefering, wailed about the growing power of private equity and hedge funds and their "unbridled greed for profit." He berated the likes of Deutsche Bank and Goldman Sachs because they "descend on companies like a plague of locusts, chew them up and move on."

(...)

Clearly, Germany's politicians need someone or something besides themselves to blame for the country's current state. Business confidence in Europe's former powerhouse is now testing new lows, and unemployment, at 12 percent, is the worst it's been since World War II. Economists keep revising the growth outlook downward, most recently to 0.7 percent next year -- the lowest in Europe.

(...)

The magazine of Germany's largest union, Metal, this month features a cover piece on "U.S. companies in Germany: The Blood-suckers" complete with illustrations of red, white, and blue-clad mosquitoes hoovering the lifeblood out of innocent German smokestacks.

If all this is any indication, the sands of German antipathy toward America -- and now its most famous export -- seem to be shifting.

(...)

The Germans are hardly alone. French President Jacques Chirac, faced with the possibility that his serfs may reject his precious European Constitution in a referendum later this month, is running around warning that "ultraliberals" with an "Anglo-Saxon" economic agenda are targeting the European welfare state.

But it is this welfare state to which Germans, and the rest of Europe, should be directing their ire. If unemployment is the evil for which the devil of capitalism is to blame, then a system which pays workers almost as much to stay home and watch football as it does to go out and earn a living is largely to blame.

Even Marx would be able to figure that out.


In Indien betont eine Zeitung den fremdenfeindlichen Charakter der sozialdemokratischen Rhetorik:

The Social Democrats have seized on layoffs by big employers, notably Deutsche Bank, to shore up their blue-collar base there. The party’s leaders have also appealed to antiforeign sentiment, using the word “locusts” to describe private equity investors who have taken over German companies.

BusinessWeek online zeigt sich ebenfalls bestürzt über diese Suche nach einem Sündenbock und die markt-und fremdenfeindlichen Ressentiments in Deutschland:

So when Franz Muntefering, chairman of the governing Social Democrats, likened foreign buyout artists to "swarms of locusts sucking the substance" from German companies, that was just what Alfred Schleu was yearning to hear. "It's about time someone told it like it is," says Schleu, local chief of IG Metall, the union that represents 2.4 million workers in industries such as steel and autos.

Popular hostility is escalating toward private-equity funds, which buy companies or subsidiaries and turn them around.

(...)

Some of the discourse has taken on a decidedly ugly tone. The phrases used by Muntefering are strikingly similar to the contents of a cover story in the May issue of IG Metall's house magazine, raising fears of a concerted campaign to demonize buyout firms. The cover illustration shows a bloated mosquito, dressed in a business suit and grinning fiendishly as he tips an Uncle Sam top hat. "U.S. Firms in Germany: The Bloodsuckers," reads the headline.

(...)

In Germany, the debate could have a chilling effect on private equity deals being explored by hundreds of family-owned companies. Already, German entrepreneurs are renowned for their reluctance to sell out to foreigners, even when it makes economic sense.

(...)

But the anxiety-ridden German public is hardly open to nuanced argument amid stagnant growth, near-record joblessness, and declining social welfare benefits.


Den desaströsen Effekt für den Standort macht Bloomberg zum Thema:

German Capitalism-Bashing `Poisons' Sentiment, Executives Say

May 4 (Bloomberg) -- Criticism within Germany's ruling Social Democratic Party of free-market practices is damaging business sentiment and deterring foreign investment, chief executives of companies including Allianz AG and Altana AG said.


Ein Kolumnist einer amerikanischen Lokalzeitung erkennt in der Debatte auch ein gestörtes Verständnis von Demokratie und Wirtschaft:

The third-highest Gross Domestic Product on Earth rising from the ashes was called the "German miracle."

But people tend to take for granted what made them prosper. Now imbedded in the European Union, and having taken on the country's draggy communist eastern half, Germany has become a slow- or even a no-growth place.

And what do demagogues blame? Capitalism. The German debate nowadays is between a more competitive, low-tax economy and a soak-the-rich welfare state.

(...)

A television poll found 58 percent of Germans believe democracy is threatened by companies' desires for profits. Unfortunately, this suggests that many Germans aren't too clear on democracy and the productive plowbacks of profit.

But even a Nobel Prize winner in literature doesn't seem to know how prosperity comes about. In a magazine interview, Guenter Grass said Germans must "resist the might of capital, for which humans are only entities that produce and consume." From demagoguery like that, "miracles" are not to be expected.



Freitag, Mai 06, 2005

Erfolg für Münte & Gewerkschaften: Amerikanisches Ungeziefer zieht sich aus dem Reich zurück

IBM streicht bis zu 13.000 Stellen
Europa ist für IBM ein Markt "mit hohen Kosten und geringem Wachstum". In Deutschland sollen 2500 Jobs beim Computerriesen abgebaut werden


Zwar ist IBM weder ein Private-Equity-Unternehmen noch befindet es sich (bisher) auf einer Boykottliste. Aber als ausländischer (mehr noch: amerikanischer!), multinationaler Investor ist IBM bestimmt böse genug, um mit solchen Ankündigungen für knallende Sektkorken im Willy-Brandt-Haus zu sorgen!

Und wem das nicht reicht, es kommt noch schlimmer:

Der IBM-Konzern, bei dem das Beratungsgeschäft nach der Übernahme von PricewaterhouseCoopers inzwischen mehr als die Hälfte der Umsätze liefert, nimmt sich mit dem globalen Umbau nun auch seine eigene Struktur vor. Die Arbeitsabläufe sollen globalisiert werden, sagte ein ranghoher Manager.


Consulting! Globalisierung! PFUI!

(Quelle: Jeweils Die Welt)



Donnerstag, Mai 05, 2005

Absurder geht's nicht? Falsch!



Noch in den 90ern wäre man teils verlacht, teils bedroht worden für die Feststellung, daß der Sozialstaat faschistoide Tendenzen entwickelt, sobald er ein Land über ein gewisses Maß hinaus zugrundegerichtet hat. Im 21. Jahrhundert gewinnen deutsche nationale Sozialisten Wahlen mit antiamerikanischer Propaganda und versuchen es erneut mit antikapitalistischer (und antiamerikanischer) Hetze, während Michel eifrig nickt.

Aber kaum glaubt man, der Höhepunkt des Abstrusen und Abscheulichen sei erreicht, wenn Financiers als Ungeziefer dargestellt werden und die deutsche Ausländerfeindlichkeit Amerikaner im Anzug ebenso wie Polen im Blaumann als Ursache der deutschen Krise zu erkennen glaubt, kommt der nächste Knaller:

Tierschutzbeauftragter findet Heuschrecken-Vergleich inakzeptabel

In der von SPD-Chef Franz Müntefering ausgelösten Kapitalismus-Debatte hat sich nun auch der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion zu Wort gemeldet. Selbstverständlich zugunsten der Heuschrecken.

Berlin - Der Vergleich von "ausbeuterischen Unternehmensplünderern" mit Heuschrecken sei "in jeder Hinsicht inakzeptabel", befand der Tierarzt und Goslarer Bundestagsabgeordnete Wilhelm Priesmeier heute in Berlin. "Die Heuschrecke hat, wie manch anderes Tier auch, völlig zu Unrecht ein schlechtes Image."

Zwar gelte die Heuschrecke sprichwörtlich als "Plage", sagte Priesmeier. Dennoch habe sie in den heimischen Ökosystemen eine wichtige Funktion und verdiene daher den Schutz der Menschen. "Heuschrecken sind gute Anzeiger für die Lebensraumqualität - und das kann man von so manchem profitorientierten 'Unternehmenssanierer' nun wahrlich nicht sagen!"


Die Quelle hierzu ist nicht Titanic, sondern der Spiegel.

Ich hasse es, wenn meine pessimistischen Prognosen nach und nach Realität werden. Darum spreche ich lieber gar nicht erst aus, was noch alles folgen könnte. Dennoch: Sicher ist sicher.



In eigener Sache

Aufgrund der Tatsache, daß antiliberal gesinnte Verbände, darunter die Regierungspartei SPD, von ihrem eigenen intellektuellen Bankrott gegenwärtig durch eine verabscheuungswürdige Hetzkampagne abzulenken versuchen,

angesichts sowohl des menschenverachtenden Tonfalls als auch des marktfeindlichen, ausländerfeindlichen und neid- und ressentimentschürenden Inhalts der Tiraden gegen zum Feindbild stilisierte Kaufleute, Angelsachsen und Ostmitteleuropäer,

ferner aufgrund der Tatsache, daß die Deutschen in ihrer Mehrheit diese Hetze bereitwillig aufnehmen und ihr zustimmen,

hat dieses Blog bis auf weiteres die schwarz-rot-goldene Fahne aus seinem Seitenkopf entfernt.

Sie wird ihren Platz nicht eher zurückerhalten, als daß sie wieder für die Ideen von 1848, 1949 und 1989 und nicht mehr für ihr Gegenteil steht.



Dienstag, Mai 03, 2005

Klartext

Wir haben schon seit längerem auf die erstaunlichen und gleichzeitig erschreckenden Parallelen der Wortwahl führender SPD Genossen und früheren NSDAP Größen hingewiesen. Müntes Proletarierblödsinn ist in Wortwahl sowie Art und Weise nahezu identisch mit früherer nationalsozialistischer Propaganda. Endlich besitzt nun eine in der Öffentlichkeit stehende Person die Courage dieses auch öffentlich auszusprechen. Michael Wolffsohn verdient dafür allerhöchsten Respekt. Statt "Kauft nicht beim Juden" heißt es heute "Kauft nicht beim Kapitalisten", waren es früher die Nase, der Schmuck, der Geruch und der Bauch so sind es heute die Cowboy Stiefel und der Marshall Stern.
Die völlig idiotischen "Stellungnahmen" der SPD zu diesen berechtigten Vorwürfen lassen wir unkommentiert, wir hoffen die Aussagen Wolffsohns werden in der Öffentlichkeit Gehör finden und in Diskussionen resultieren, vielleicht werden diese unsäglichen Aussagen Franz Münteferings dann endlich auch in einem anderem Licht betrachtet werden und ein Teil der Bevölkerung wird zu einer anderen Schlußfolgerung gelangen.
Der richtigen Schlußfolgerung.
Müntes Geschwätz ist zum Himmel schreiender linksradikaler Schwachsinn mit sehr gefährlichen und besorgniserregenden Überschneidungen mit dem Nationalsozialismus.


UPDATE: Hier nun auch die Rede im Original. Trefflich, trefflich, Herr Wolffsohn!



Montag, Mai 02, 2005

Grünes Ungetüm

Claudia Roth heute morgen bei N 24:

Gerade durch internationalen Terrorismus und das Anstreben von Atomwaffen durch andere Staaten müssen die großen Atommächte jetzt Vorreiter sein und ihre Atomwaffen abrüsten, um mit gutem Vorbild voranzugehen.


Diesem furchtbaren und abscheulichen Ungetüm aus den Reihen der Grünen empfehle ich diesen tollen Logik Trainer, damit solche Äußerungen nicht mehr vorkommen.
Oder eben diese ebenfalls sehr gelungene Karikatur von Cox & Forkum, die eigentlich keinem weiteren Kommentar mehr bedarf.



Sonntag, Mai 01, 2005

Tories go home!

Für die Tories wird es langsam eng. In Großbritanien erkennt der Wähler, die Konservativen sind konzeptlos, die Liberalen alles andere als wirklich liberal, und Blairs New Labour ein Erfogsmodell. Wäre New Labour nicht geführt von dem inzwischen auf der wunderschönen britischen Insel mehr als unbeliebten Tony Blair würde alles auf eine überwältigende Mehrheit hinauslaufen, doch auch dies ist mit Blair möglich. Werden Schottland und Wales wieder - und das werden sie - ausschlißelich sich für Labour entscheiden könnte die tradionell pragmatische britische Politik mit Labour Akzenten fortgesetzt werden.
Was mich stört ist jedoch die nun anlaufende rechtspopulistische Wahlkampagne der Tories. "Are you thinking what we`re thinking" lautet die unterschwellige Botschaft, gezielt auf - natürlich nicht nur - die britische "working class". Dabei geht Michael Howard, der General, der die Tories in den politischen Untergang führen wird, durchaus sehr clever vor. Aufgrund seiner rumänischen Herkunft kann er vorzüglich gegen bestimmte Gruppen wetten, oder eben auch nur bestimmte Vorurteile bedienen.
Wird er als Rechtspopulist dargestellt, so kann er natürlich direkt ganz unschuldig auf seine Herkunft verweisen, und diese hatte er auch noch Anfang des Jahres als eine Art Schutzschild aufgebaut. Was wurde denn nur aus den Tories von unserer heißverehrten Maggy Thatcher? Geblieben ist kaum etwas, kein Konzept, keine Inhalte, keine Zukunft.
Tony Blair propagiert den "third way", eine durchaus gelungene Mischung aus Verabschiedung des Wohlfahrtsstaates und einer Prise Neoliberalismus und setzt insgeheim die Radikalreformen der Thatcher-Regierung mit leicht gesenkter Radikalität fort. Großbritaniens Wirtschaftswachstum stagniert auf hohem Niveau, die Arbeitslosigkeit ist auf einem derart niedrigen Stand, das de facto eigentlich Vollbeschäftigung herrscht. Notwendige Strukturreformen wurden getätigt, oder sind zumindest auf dem Weg. Stellvertretend dafür sollte man einen Blick auf die Docklands werfen. Der Vergleich mit Deutschland ist nahezu unverschähmt...
Britisches Volk, was willst du mehr?
Setzte nicht auf einen mit Populismus argumentierenden Michael Howard sondern wähle die einzige, wirkliche halbwegs liberale Option: The New Labour!



"Den 1. Mai werden wir zu einer grandiosen Demonstration deutschen Volkswillens gestalten".

Gerade von der erlebnisreichen und wunderschönen Costa Brava zurück werde ich doch direkt wieder in den Abgrund deutscher Sozialpolitik, eher dem "deutschen Weg" des demokratischen Sozialismus, gezogen. Kaum den Fernseher eingeschaltet um sich einen kleinen Überblick über die aktuellen Geschehnisse auf CNN zu verschaffen, da springt mir der unheilbar kranke und vom Sozialismus gezeichnete Zottel Michael Sommer in den Weg. Die ARD, genauer der RBB, gibt diesem Gewerkschaftsfunktionär die Plattform um allerhand unsinniges und besorgniserregendes abzulassen in Richtung "Managern", "Kapitalisten" und anderen furchtbaren, unmoralischen Geschöpfen.

Die Welt müssen wir zum besseren verändern, d.h. Menschen eine echte Chance geben, eine soziale Balance schaffen und eine soziale Politik dem Kapitaldurst entgegen stellen
.

Wie zynisch, dass er solche Töne ausgerechnet heute spuckt, einem Tag, der unsinniger kaum sein kann. Ein Feiertag mit dem einzigen Zweck des Faulenzens, ohne irgendwelchen Sinn, ein Restbestand aus sozialromatischen Kaiserzeiten, pervertiert von nationalsozialistischer Herrschaft. Heute dürfen wir eine nationalsozialistische Politik (Die Spargelfelder den Deutschen!) ja nicht mehr so nennen, deshalb definieren wir den momentanen Proletarierblödsinn einfach mal mit nationalistisch sowie sozialistisch.
Leider ist das Auftreten von Sommer natürlich kein Einzelfall. Die heutigen Demonstrationen erinnern irgendwie stark an einen Regentag nach einer mehrwöchigen Trockenperiode im Frühjahr, wenn urplötzlich eine unglaubliche Horde von gefräßigen Schnecken sich auf das frische Gemüse im Garten stürzt, und selbst noch so junge Schnecken wollen teilhaben. Genau so verhält es sich auch heute mit den schleimigen Sozialisten, egal welcher Coleur, egal wie kleinkariert, heute kommen sie alle aus ihren Verstecken heraus und stürzen sich auf das junge Gemüse, sprich die Jugend.
Aber auch am 1. Mai gab es Widerstand. Und wenn auch nur Adolfs Lieblingsbaum gefällt wurde, es gab Widerstand. Hoffen wir, dass unser Widerstand sich als mächtig genug erweisen wird, und das wird er, denn wir haben einen unglaublich mächtigen Verbündeten: Die Realität!