Sonntag, April 24, 2005

Leibesertüchtigung für arbeitslose Volksgenossen

Quelle 1:

Diese Aufgaben waren nicht einzigen Dienstverrichtungen des Arbeitsmannes. Wenn er nach entsprechender Musterung zum RAD eingezogen wurde, musste er eine rekrutenähnliche Zeit über sich ergehen lassen, das hieß, dass eine Grundausbildung auf dem Tagesprogramm stand, also exerzieren, marschieren, Geländeübungen usw. Dazu gab es sportlichen Unterricht, der schon stark an den militärischen Geländesport erinnerte (...)


Quelle 2:

Längerfristig soll jeder zweiter Ernte-Job mit Deutschen besetzt werden. Derzeit kämen 86 Prozent der 320 000 saisonalen Arbeitskräften aus Polen, erklärte Alt. Um Ausfälle bei deutschen Kräften zu vermeiden, solle es für die Erntehelfer körperliche Trainings geben.


Ziel dieses Blogs ist es nicht, den täglichen Nazivergleich zum Nachrichtengeschehen zu liefern. Was aber deutlich wird in dem immer hysterischeren Berliner Treiben in den vergangenen Wochen: Staatliche Zuwendung schafft staatliche Macht schafft staatlichen Zwang - spätestens in schlechten Zeiten; die Muster sind dabei denen totalitärer Regierungen nicht ganz unähnlich. Wer auf der Linken würde behaupten, daß die staatliche, zwangsweise Zuweisung einer ungeliebten, der eigenen Qualifikation nicht entsprechenden Arbeit besser sei als die freie individuelle Wahl des Arbeitsplatzes? In jüngerer Zeit wohl keiner mehr, und doch ist es die linke Hochlohn-, Kündigungsschutz- und Vollkasko-Sozialversicherungs-Politik, deren Konsequenzen mittlerweile auch den staatlich zugeteilten Job beinhalten. Damit das einigermaßen funktioniert, folgt auch schon der nächste Eingriff in die private Lebensgestaltung des einzelnen mit staatlich verordnetem Sport. Nur konsequent wäre es, auch die richtige Ernährung und zeitiges Zubettgehen zu verordnen, damit der Spargel nicht ungeerntet verrottet. Oder die Arbeitsdienenden werden gleich kaserniert, was Geld spart und die Überwachung vereinfacht.

Nicht, daß ein gesünderer Lebenswandel nicht so manchem Sozialfall guttäte; aber kann jemand mit einem humanistischen Menschenbild und liberaler Grundhaltung es gutheißen, wenn die Entscheidung darüber vom freien Individuum auf den Staat übergeht? Man kann sich den Aufschrei ausmalen, der durchs Land ginge, wenn ein privates Unternehmen seinen Angestellten ihren Lebenswandel vorschreiben würde, oder aber als Beitrag zur Mindestlohndebatte Ein-Euro-(brutto)-Jobs auschriebe.

Es ist die perverse Logik des Sozialstaats, zum Wohle vermeintlich benachteiligter Interessengruppen wie der Arbeitnehmerschaft für sie bessere Konditionen per Gesetz vorzuschreiben, als der Markt in der gegenwärtigen Phase seiner wirtschaftlich-technologischen Entwicklung hergibt; dadurch den Zusammenbruch des Marktes in den betroffenen Gebieten auszulösen; und schließlich die weggebrochene Marktaktivität durch staatliche Aktivität zu ersetzen, die nicht die vom Markt geforderten Konditionen nicht erfüllt, sondern schlechtere Resultate liefert, als es der vermeintlich unzureichende Markt getan hatte.

Diese Politik, konsequent zu Ende gedacht, führt in die Kommandowirtschaft!


(Lesenswert zu diesem Thema: Bahamas-Artikel über die Verstaatlichung der Arbeitskraft)



Hoch lebe die Volksrepublik Deutschland!

Aber bitte sagt diesmal Bescheid, bevor wir eingemauert werden.

Antikapitalisten aller Lager, vereinigt euch!

Zwei Drittel der Deutschen halten Münteferings Angriff aufs Kapital für berechtigt. Die taz präsentiert parallel zum neuen Diskurs über die Zukunft der Gesellschaft die neue Top 10 der Kapitalismuskritik

Franz Müntefering, SPD-Vorsitzender
"Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter."

Ute Vogt, stellvertretende SPD-Vorsitzende
"Die Verbraucher haben es in der Hand, Produkte von Unternehmen zu meiden, die im großen Stil Menschen rausschmeißen. Dagegen könnten soziales Engagement und Arbeitsplatzerhalt durchaus Kaufanreize sein."

Horst Seehofer, CSU-Sozialexperte
"Die Kritik am neoliberalen Zeitgeist ist richtig. Die zentrale Frage ist: Gilt auch weiterhin das Ziel Wohlstand für alle oder lautet das Motto künftig Armut für viele?"

Gerald Weiß, CDU-Bundestagsabgeordneter
"Wenn Gier grenzenlos ist und die Rendite zum goldenen Kalb wird, dann muss das angeprangert werden."

Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI.
"Ich kündige hiermit das Bemühen aller Katholiken zur Zusammenarbeit an, um eine echte soziale Entwicklung auf der Welt zu erreichen, die die Würde des Einzelnen respektiert."

Sven Giegold, Mitbegründer von Attac
"Man kann diese Kämpfe nicht in einem Land gewinnen. Das kann nur gelingen, wenn wir den internationalen ökonomisch-politischen Rahmen grundlegend ändern."

Fidel Castro, kubanischer Staatspräsident
"Kein anderes Land hat ein System wie wir."

Norbert Blüm, soziales Gewissen der CDU
"Wenn die Globalisierung zu einer Olympiade der Kostensenkung verkommt, können wir auch die Ausbeutung und die Kinderarbeit wieder einführen."

Gregor Gysi, PDS-Star (ohne Amt)
"Plötzlich kritisiert die SPD den Kapitalismus, nachdem man bisher immer den Eindruck hatte, die können ihn besser organisieren als die FDP. Auf mich wirkt das, als würde sich Müntefering schon auf die Opposition einrichten."

Oskar Lafontaine, einfaches SPD-Mitglied (noch)
"Es sind auch Heuschrecken über den Sozialstaat hergefallen und haben ihn demoliert. Da gibt es Heuschrecken mit prominenten Namen, die heißen Franz, Gerd und Ute."


Quelle: taz

ANMERKUNG: Wer wird sich wohl mehr freuen, von der taz als Antikapitalist herangezogen zu werden - Castro oder der Papst? ;)



Freitag, April 22, 2005

Pekings anderes Gesicht

Die dieswöchige ZEIT hat auf ihrer Titelseite einen lesenswerten Leitartikel über die hiesige Chinaeuphorie und Rotchinas Schattenseiten:

Chinas hässliche Seite

Hinter der Glitzerfassade staut sich die Wut. Die Regierung lenkt sie auf einen äußeren Feind

Von Matthias Nass

Trunken vor Euphorie, nehmen viele im Westen, Manager wie Politiker, seit Jahren allein ihr Wunschbild von China wahr: die schillernden Metropolen, die hektischen Börsen, den Konsumhunger und den Wissensdurst. Sie sehen nur die Werkbank der globalisierten Wirtschaft; den grenzenlosen Markt; den unerschöpflichen Quell von Talent, Kreativität, Fleiß und Aufstiegswillen.

Es gibt leider auch das hässliche China; die antijapanischen Krawalle dieser Tage führen es uns auf dramatische Weise vor Augen. Das China der Aggressivität, Gewaltbereitschaft, Gesetzlosigkeit und Fremdenfeindlichkeit. Weil Japans Schulbehörde ein Geschichtsbuch zugelassen hat, das die Kriegsverbrechen der kaiserlichen Armee verharmlost, fliegen Steine auf die japanische Botschaft in Peking, auf Geschäfte und Restaurants. Die Polizei steht untätig daneben. Riefen die Demonstranten nach Demokratie, sie säßen längst hinter Gittern.

(...)

Das China von heute sei nicht mehr das China von 1989, sagt der Bundeskanzler, der partout das EU-Waffenembargo aufheben will. Was die Wirtschaft betrifft, so hat Gerhard Schröder Recht; auch genießen die Chinesen heute viele kleine Freiheiten, die sie damals entbehren mussten. Aber an der großen politischen Unfreiheit hat sich wenig geändert, an den Arbeitslagern, an der Religionsverfolgung, am maßlosen Einsatz der Todesstrafe (laut amnesty international entfielen im vergangenen Jahr von weltweit 3797 registrierten Hinrichtungen 3400 auf die Volksrepublik).

Kann es ohne diese massenhaften Exekutionen wirklich keine »Stabilität« geben, wie das Zauberwort des Regimes lautet? Anders gefragt: Was ist eine Stabilität wert, die nicht ohne die Drohungen gegen Taiwan auskommt, ohne antijapanischen und, bei Gelegenheit, antiamerikanischen Chauvinismus? Eine Stabilität, die nur funktioniert, wenn die Regierung dem Affen Zucker gibt?

(...)


Will unser Friedenskanzler wirklich, dass deutsche Panzer Demonstranten in Zaum halten oder deutsche U-Boote eine Blockade über Taiwan verhängen? Dass ihm nicht klar sei, mit wem er hier Geschäfte macht, ist jedenfalls mehr als unwahrscheinlich.

UPDATE: Cox&Forkum haben eine gute Karikatur zu den von Seiten des Regimes geduldeten antijapanischen Ausschreitungen in Rotchina.



Deutsche Arbeiter! Wählt SPD für Freiheit und Brot!

Während Müntefering neuerliche Schelte für die Hochfinanz ausspeit (kennen wir irgendwoher), schlägt seine Partei-und Volksgenossin Ute Vogt ergänzend ein weiteres altbewährtes Mittel zur Belebung der Wirtschaft vor:

Vogt ruft zu Boykott auf

Nach der Wirtschafts-Kritik des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering hat die stellvertretende SPD-Chefin Ute Vogt zum Boykott von Unternehmen aufgerufen, die Arbeitsplätze abbauen. "Die Verbraucher haben es in der Hand, Produkte von Unternehmen zu meiden, die im großen Stil Menschen rausschmeißen", sagte Vogt dem "Mannheimer Morgen".


Quelle: n-tv

Kennen wir auch schon.

Und siehe da - das Ruhrpottstimmvieh scheint es zu honorieren.

Langsam dämmert mir: Dieses Land will seinen Untergang - immer wieder.



Donnerstag, April 21, 2005

Flucht

In eigener Sache möchte ich darauf hinweisen, dass ich ab diesem Wochenende die große Freude habe, die Flucht aus Deutschland anzutreten. Zumindest für einen Zeitraum bis Anfang Mai. Aus zeitlichen Gründen wird es mir im sozialistischen Bruderstaat Deutschlands, Spanien, nicht möglich sein, weiterhin bissige Posts zu erstellen. Deshalb werde ich erst wieder Anfang Mai zugegen sein und bis dahin "AS" völlig das Feld überlassen.
Ich freue mich aber schon auf weitere Posts und Kommentare ab Anfang Mai!



Voll Volmer

Im Nachhinein bin ich froh, dass der Visa-Untersuchungsauschuss LIVE auf Phoenix übertragen wurde. Es scheint momentan nahezu niemand zu stören, doch manche Aussagen Ludger Volmers lassen einem die Haare zu Berge stehen! Für Volmer war es z.B. Teil des nach ihm getauften Erlasses das Ministerium des Inneren aus den Entscheidungsprozessen eines Visa- Antrages herauszuhalten. Eine Ungeheuerlichkeit!
Man stelle sich das mal vor, da wird das mit der Sicherheit der Bürger beauftragte Ministerium aus einer solchen Entscheidung ausgeklinkt und ein baldiger Außenminister a.D. Joseph Fischer hatte - zusammen mit seinen Beamten und seinen Schoßhündchen Volmer & Co - die alleinige Entscheidungsgewalt. Wie wollen jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, doch stellen wir uns nur mal kurz vor, welche Personengruppen über die Ukraine somit hätten nach Deutschland reisen können, ohne lästige Prüfung durch das Innenministerium, ohne Kontrolle durch Beamte des Auswärtigen Amtes.
Die wahren Dimensionen dieses so genannten Volmer/Fischer-Erlasses kommen anscheinend nun nach und nach ans Tageslicht. Am Montag werden wir dann genaueres aus erster Hand von Joseph Fischer erfahren.
Was jedoch bereits feststeht, ist das ungute Gefühl, dass einige grüne Möchtegerndiplomaten scheinbar problemlos sich über den Sicherheitsanspruch der Bürger hinwegsetzten können um ihre gescheiterten grünen Illusionen mit aller Gewalt durchzusetzen.
Koste es, was es wolle.



Dienstag, April 19, 2005

Habemus papam

Wir haben einen neuen Papst!
Wer es ist?
John Bolton? Nein.
Condi Rice? Nein.
Benito Berlusconi? Nein.

Es ist Joseph Ratzinger, und es bleibt zu hoffen, er kann die großen Hoffnungen und Erwartungen die in ihn gesteckt werden erfüllen und sich als einen würdigen Nachfolger für den verstorbenen Karel Wojtyla erweisen.



Kauft nicht beim Kapitalisten!

Mir fehlen die Worte...
Warum?
Wegen diesem linksradikalen Schachsinn. Und um ehrlich zu sein, es ist müßig sich über eine solche Ansicht auszulassen. Eine dumme Frau mit dummen Ansichten umgeben von noch viel dümmeren Männern mit genauso dummen Ansichten. Die passende Antwort auf die momentane "Diskussion" wäre eine Antwort von Sir Winston Churchill auf eine damals ebenfalls ungeheuerliche Rede (von einer den sozialistischen Ansichten der SPD Genossen nahestehenden Person):

Mit diesem Mann verkehre ich nicht


Genau!



Samstag, April 16, 2005

Die chinesische Herausforderung

Wie umgehen mit China?

Die Kontroverse um die Aufhebung des Waffenembargos spielt sich vor einem Hintergrund mit viel weitreichenderen Folgen und gravierenderer Bedeutung ab.

Chinas wirtschaftliches Wachstums macht es nicht nur zu einem immer wichtigeren Konkurrenten westlicher Unternehmen, sondern stattet das Land auch mit einem größeren politischen Gewicht und militärischen Potential aus. Auch nicht von der Hand zu weisende Zweifel an den offiziellen Zahlen, siehe Artikel in Forbes und ABC Asia Pacific, ändern daran nur wenig. Ökonomisch bedenklich ist vor allem ist das Ausmaß dessen, was euphemistisch Technologietransfer heißt. Intellektuelles Eigentum von Ausländern hat in China einen geringen Stellenwert, und nur zu oft stellen westliche Unternehmen fest, daß das chinesische Joint Venture für den Partner nur ein Vehikel war, an technische Unterlagen heranzukommen und zuerst in China selbst und bald in Ländern wie Indien, dies es mit IP-Schutz auch nicht so haben, das entsprechende Produkt selbst abzusetzen - zu geringeren Preisen natürlich, denn es fallen ja nicht einmal F&E-Kosten an. Was wirtschaftlich bedenklich ist, wird in sicherheitskritischen Bereichen wie der Raketen-und Kerntechnik rasch gefährlich. Die Übertölpelung westlicher Unternehemn durch die Chinesen ist ein hochinteressantes Thema, das demnächst einen eigenen Post verdient.

China erhöht indes seine Militärausgaben Jahr für Jahr um zweistellige Prozentwerte und gibt 2005 offiziell rund 30 Milliarden Dollar, laut Schätzungen aber tatsächlich mehr als das Doppelte für seine Volksbefreiungsarmee aus und modernisiert diese nicht zuletzt mit russischer Technologie. Zum Vergleich: Der Verteidigungshaushalt der USA beläuft sich auf 466 Milliarden Dollar, der deutsche auf knapp 40 Milliarden.

Strategisches Konfliktpotential besteht zu genüge. Da wären der Rohstoffhunger der chinesischen Wirtschaft (der China neuerdings verstärkt nach Lateinamerika treibt, wo es sich prächtig mit den dortigen sozialistischen, antiamerikanischen Staatschefs versteht), die zwiespältige Situation Pekings in bezug auf Nordkorea, Grenzkonflikte mit Japan und anderen Nachbarstaaten um diverse kleine Inselgruppen wie die Spratleys (und vor allem um die Hoheitsrechte in den umgebenden Gewässern), die von Drohgebärden und Kriegsvorbereitungen begleitete Nichtanerkennung der Souveränität Taiwans, die Flottenrüstung (auf die die USA mittlerweile mir verstärkter Präsenz im Westpazifik reagieren) und nicht zuletzt der kulturelle und ideologische Gegensatz zur Freien Welt und zum Westen, der sich beispielsweise im UN-Sicherheitsrat immer wieder niederschlägt. Es lohnt sich, auf diese Entwicklungen ein Auge zu behalten. Auch ist es nicht unplausibel, dass eine durch wirtschaftliche Schwierigkeiten oder andere Umwälzungen im Innern in Bedrängnis gebrachte KP unter einem Vorwand - an Material hierfür fehlt es nicht, siehe oben - mit einem Krieg das Land hinter sich zu vereinen und von der Innenpolitik abzulenken versuchen könnte - was mit Sicheheit nicht in unserem Interesse liegt.

Natürlich darf man auch konstruktive Beiträge der Chinesen nicht übersehen. Handel und Entwicklung sind zunächst einmal für alle Beteiligten großartig, im Krieg gegen den Terror ist China nicht zuletzt aufgrund eigener Probleme mit Islamisten kooperativ und in Sachen Nordkorea wohl ein unverzichtbarer Partner.

Wie also umgehen mit dieser neuen Größe in der Weltpolitik?

Schröders Chinabegeisterung drückt sich im fahrlässigen Weggeben der Transrapid-Technologie ebenso aus wie in der Lobbyarbeit gegen das Waffenembargo. Er sieht in den Chinesen "strategische Partner" und verkennt völlig die damit verbundenen Gefahren. Die Belohnung folgt auf dem Fuße, würde aber im Endeffekt den gesamten Westen gegenüber China mehr schwächen als Deutschland stärken.

Die Position der USA ist differenzierter und setzt auf begrenzte Kooperation, wo gemeinsame Interessen dies ermöglichen, bei gleichzeitiger Anerkennung der strategischen Rivalität. In den Worten von Colin Powell vor vier Jahren:

But in the meantime, we will treat China as she merits. A strategic partner China is not. But neither is China our inevitable and implacable foe. China is a competitor and a potential regional rival, but also a trading partner willing to cooperate in the areas - such as Korea - where our strategic interests overlap.


Folglich ist man in Washington nicht so leicht bereit, das Waffenembargo aufzuheben und stellt klar, daß Amerika einer Invasion Taiwans nicht tatenlos zuschauen wird.

Aber reicht diese Haltung aus - oder braucht der Westen nicht doch ein kohärenteres Konzept mit dem ausdrücklichen Ziel einer Eindämmung chinesischer Rechtsbrüche, Drohungen und gefährlicher äußerer Ambitionen - vom Thema Menschenrechte ganz zu schweigen?

Es muss sich nicht zwangsläufig ein neuer Kalter Krieg im pazifischen Raum entwickeln. Aber Vorsicht ist allemal angebracht bei einem Gegenüber wie diesem.



Freitag, April 15, 2005

Hure Schröder, Zuhälter Chirac

Wer gestern Nachmittag oder heute in den frühen Morgenstunden auf Phoenix die Bundestagsdebatte über die Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China gesehen hat musste doch schon sehr hart im Nehmen sein. Besonders eine Stelle in der Rede des GröDaZ Schröder blieb bei mir stark haften:

Die Aufhebung des Waffenembargos hat nicht das Ziel, Waffenlieferungen nach China zu verstärken. Das ist Teil des Beschlusses! Das ist klare deutsche Position! Das wird auch so bleiben!


Daraufhin der Zwischenruf aus den Reihen der CDU Fraktion:

Aber was ist denn mit den Franzosen?


Schröders Antwort:

Was Frankreich tun will, kann ich Ihnen nicht sagen. Das sollten Sie vielleicht Frankreich überlassen.



Somit scheint zumindest der eigentliche Nutznießer der Aufhebung des Embargos festzustehen: La France. Unser Nachbar links der Meurthe ist ja bekanntermaßen sowieso die einzig legitimierte moralische und kulturelle Instanz in Europa, ach was, auf der ganzen Welt. Nur Frankreich besitzt schließlich das moralische Recht Bestandteile zum Bau atomarer Waffen an den Irak weiterzugeben, oder dem Irak freundlicherweise vergünstigte Mirage Jagdbomber zu überlassen um diese natürlich im Falle des Falles gegen die bösen, bösen Zionisten aus dem Westen einzusetzen oder die genauso bösen Amerikaner damit zu bekämpfen, oder auch andere Waffenarten an Schurkenstaaten wie die bereits erwähnten, Iran und Irak, oder eben auch Syrien & Co zu verkaufen. Wenigstens vermag dieser fantastische Staat konsequent zwischen "Gut" und Böse" zu unterscheiden und gibt den "Guten" Terroristen ein pompöses Abschiedsspektakel.
Nun also China. Ein neuer Absatzmarkt für französische Waffen die bestimmt niemals gegen westliche Staaten eingesetzt werden oder eine Gefahr für ein freies, demokratisches Land werden.
Bei all diesen außenpolitischen Handlungen Frankreichs vernehme ich eine innere Stimme die unaufhörlich nach einem neuen D-Day schreit, aber mein Verstand sagt mir, dass es mit der französischen Moral nach einer solchen erneuten Befreiung durch Briten und Amerikaner (Kanadier entfallen diesmal) sich nicht viel anders verhalten wird. Wahrscheinlich war wieder einmal jeder Franzose im Widerstand tätig und setzt anschließend die ungeheuer heuchlerische Doppelmoral in der Politik fort.
Vive la France! ...oder wie es Mark Twain so passend formulierte:


France has neither winter nor summer nor morals. France has usually been governed by prostitutes.



Zur Freiheit berufen

Im Tagebucheintrag vom 4. April 2005 im anti-anti-amerikanischen Blog von Mitstreiterin Karin bin ich auf eine beeindruckende Rede gestoßen, die Papst Johannes Paul II. 1996 in Berlin gehalten hat:

Weil sie Angst vor der Freiheit hatten, pervertierten die Ideologen ein Tor zur Mauer. Gerade an dieser Stelle Berlins, die zugleich zur Nahtstelle Europas wurde, zur unnatürlichen Schnittstelle zwischen Ost und West, gerade an dieser Stelle offenbarte sich für alle Welt sichtbar die grausame Fratze des Kommunismus, dem die menschlichen Sehnsüchte nach Freiheit und Frieden suspekt sind. Vor allem aber fürchtet er die Freiheit des Geistes. Auch sie wollten die braunen und roten Diktatoren zumauern.


Auf den merkwürdigen Widerspruch zwischen der Ablehnung der Befreiung des Irak durch den Papst und seinen Wunsch,

(...) an alle Menschen guten Willens einen dringenden Appell für die Freiheit zu richten. Möge dieser Appell auch jene Völker erreichen, denen bis heute das Recht auf Selbstbestimmung verweigert wird, jene nicht wenigen Völker – es sind sogar viele –, bei denen die Grundfreiheiten der Person – die Glaubens- und Gewissensfreiheit und die politische Freiheit –nicht gewährleistet sind. Der Mensch ist zur Freiheit berufen.


ist Karin bereits eingegangen.

Mir sticht noch etwas anderes ins Auge: Die aus der Rede hervorgehende Bedeutung von Wahrheit, Solidarität, Opfer und Liebe, ohne die es dem Papst zufolge keine Freiheit gibt, ist der liberale Sinn dieser Worte. (Gleiches gilt übrigens für den nicht benannten, aber unterschwelligen Patriotismusbegriff hier). Der Papst verwendet sie im Kontext des individuellen, wertenden und entscheidenden Gewissen - und nicht im kollektivistischen Kontext, in dem sie zur Rechtfertigung staatlichen Zwanges und seines Verkaufens gegenüber den Untertanen als doppelplusgut verwandt werden.

Wie sehr wurden diese Worte doch pervertiert, dass ihr landläufiger Gebrauch im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Beziehungen des Menschen der letztere ist!



Mittwoch, April 13, 2005

Alltagskomik

Gerade fand ich zufällig ein etwas älteres Schulbuch meiner Schwester. Das Buch stammt aus dem Jahr 1983, also in etwa aus der Zeit, als Deutschland von einem grünen Virus heimgesucht wurde, für den bis heute nur die bedingt verbreitete R-a-t-i-o-n-a-l-i-t-ä-t als Heilungsmaßnahme bekannt ist.
In dem Buch wird als Argument für erneuerbare Energiequellen verkündet:


In etwa 25 Jahren werden die weltweiten Erdölvorkommen erschöpft sein, und nur die reichsten Multi-Millionäre werden sich noch ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und Verbrauchswerten von 10 l auf 100 Kilometer leisten können.



Nachdem was mir mein Bordcomputer meldet bin ich also mehrfacher Millionär und wir müssen uns wohl damit abfinden, in drei Jahren auf die Bundesbahn umzusteigen. Oder eben per pedes...
Hübsche grüne Illusionen! Freue mich bereits darauf, in dreißig Jahren ein Buch aus dem Jahr 2005 in den Händen zu halten, dass uns ähnliches prognostizieren wird, während wir dann noch immer unser "Millionärsdasein" mit unseren 10 l "Spritfressern" frönen.



Münte hat Recht!

SPIEGEL Online in einem Artikel über die jüngste Anti-Freiheits-Rede des nationalen Sozialisten Müntefering:

Müntefering bezeichnete die Unterschiede im Staatsverständnis als eine Grundsatzentscheidung für die Entwicklung in Deutschland: „Damit ist eine Scheidelinie markiert für den politischen Weg unseres Landes.“


Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Auf der einen Seite dieser Scheide liegt für uns der Weg in die Knechtschaft des Sozialismus, der uns mit der Peitsche seines Gewaltmonopols sowie verlogen-patriotischer Drohgebärden und dem Zuckerbrot der Sozialkassen, Subventionen und orwellscher Euphemismen zu Untertanen eines bürokratischen Apparats degradiert. Auf der anderen Seite liegt ein harter, herausfordernder Aufstieg hin zum animating contest of freedom – ein Aufstieg, den wir mit der Bürde ungeheurer Altlasten auf dem Rücken beginnen müssen und an dessen Ende keine Sicherheiten, sondern große Chancen ebenso wie große Risiken stehen, nicht mehr und nicht weniger. Dieser Aufstieg verlangt uns das Äußerste ab und bietet uns zugleich die Aussicht auf das Höchste – auf das Recht, unser Leben gemäß unseren eigenen Träumen ohne die Einmischung überflüssiger parasitärer Bürokraten zu leben, auf eigenes Risiko hin, zu scheitern und enttäuscht zu werden, auf die Freiheit, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen, gute ebenso wie schlechte, richtige wie falsche – auf die menschliche Freiheit der individuellen Gestaltung unserer kostbaren Zeit auf Erden.

Die Karten liegen auf dem Tisch: Müntefering ist ein Feind der individuellen Freiheitsrechte und will uns, notfalls mit Polizeigewalt, auf seinen Weg in unsere Knechtschaft zwingen. Was aber, wenn die Deutschen sich widersetzen? Was, wenn zumindest eine Minderheit ihr naturgemäßes Recht auf Freiheit einfordert, gegen Müntefering und, falls nötig, gegen die Mehrheit?

Warten wir es ab.



Dienstag, April 12, 2005

GröDaZ Teil 3

Der GröDaZ ist wieder da! Nach GröDaZ Teil Eins und GröDaZ Teil Zwei jetzt der dritte Teil!

Noch Dümmer!
Noch nationalistischer!
Noch sozialistischer!

Dieses Kampfpamphlet mussten gerade meine Augen und schlimmer noch mein Verstand gerade aushalten.
Die bösen, bösen osteuropäischen Arbeitskräfte nehmen ja den DEUTSCHEN Arbeitnehmern die Arbeitsplätze weg, da sie tatsächlich so unverfroren sind und für „ein paar Kröten“ Arbeiten tätigen, die dem gemeinen deutschen Michel anscheinend nicht genehmen. Durch eine solche Gesetzgebung wie vom GröDaZ angedacht würden dann also Mindestlöhne gezahlt werden für z.B. Arbeiten in der Metzgerei oder auf dem Spargelfeld.
Was ist die Konsequenz aus einem solchen Mindestlohn? Zuerst werden sicherlich DEUTSCHE Arbeitskräfte eingestellt, diese werden sich ja für eine bestimmte - möglicherweise sogar zweistellige - Summe sich auf ein Spargelfeld bequemen, daraufhin wird allerdings logischerweise der Arbeitgeber, sprich in diesem Fall der Spargelbauer, gezwungen sein, den Preis für sein Produkt zu erhöhen, anderenfalls würde er kein ausreichendes Kapital besitzen um den Mindestlohn auszuzahlen, der dann bekanntlich ja Gesetz wäre.
Daraus folgen wir messerscharf und anscheinend zu hoch für sozialistische Betonköpfe, dass wir in Zukunft für den Spargel natürlich deutlich mehr bezahlen müssen, gleiches gilt übrigens auch für wohlschmeckende Fleischerzeugnisse, leckeres Obst, feinen Moselwein und und und.
Nicht jeder wird natürlich diesen höheren Preis bezahlen wollen oder auch können, damit werden folglich die Gewinne der Arbeitgeber einbrechen, ihr Geschäftsdasein wird früher oder später beendet sein und selbstredend werden so auch einige Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit getrieben. Die Option für die Arbeitgeber wäre die Produktion ins Ausland zu verlagern. Statt also einem Spargelfeld in Brandenburg wird es wohl demnächst mehr Spargel aus Polen geben, wo eben solche sozialistischen Ansätze wie ein Mindestlohn nicht vorhanden sind.
Wieder einmal also toll gemacht, GröDaZ!
Wie ungeheuer wenig Intelligenz besitzen eigentlich diese Schwachköpfe um solche logischen Schritte wie oben beschrieben nicht nachvollziehen zu können? Oder handelt es sich doch wieder um „Realpolitik“ um solche rinken Deppen und lechte Bekloppten an die Wahlurne für die SPD zu bringen?
Die neue (und alte) Heimat der nationalistischen/sozialistischen Kräfte scheint also in der Tat die SPD zu sein.
Die momentan regierende Partei…



Sonntag, April 10, 2005

Lektürentipp

Wer dieses fantatstische Buch bereits gelesen hat, weiß warum ich all denen, die es noch nicht gelesen haben aufrichtig nahe lege, sich es schnellstmöglich zu bestellen. Ein hervorragendes Buch von einem hervorragenden Autor und Vordenker!

In Kürze werden wir eine Liste unserer persönlichen Top Ten Bücher veröffentlichen!



Samstag, April 09, 2005

"Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch"!

Normalerweise lehne ich eigentlich die sinnlose Hetze der Parteien gegeneinander vehement ab. Häufig ist dies eigentlich reine Effekthascherei ohne Inhalt. Diese schonungslose Streitschrift besitzt jedoch Inhalt und ich empfehle jedem sich die Zeit zu nehmen und sich diese wahrhaftig schonungslose Offenlegung grüner Idiotie und unglaublicher Doppelmoral der Führungspersönlichkeiten zu verinnerlichen, geschrieben von einem Gründungsmitglied der Grünen, Jutta Ditfurth. Eine Kritik an den Grünen von links, sicherlich ungewohnt, sehr sogar, aber einen Standpunkt den ich nachvollziehen kann und vor allem auch eine fundierte Kritik.
Nach dem Lesen, oder auch zum jetzigen Zeitpunkt bereits, wird man sicherlich verstehen, dass wir das Wort "Präsident" aus der Überschrift, einem Zitat des Außenministers der Bundesrepublik Deutschland, gedanklich entfernen und den Namen "Joseph Fischer" als Lückenfüller einsetzen.


Anmerkung: Die erste Seites des pdf-Dokumentes ist leer. Mit der Zweiten beginnt die Streitschrift.



Alles Scheiße außer Kuba!

Es ist schon manchmal unglaublich, welche Artikel man nach nur ein wenig Stöbern im Netz vorfindet. Ein jüngstes Beispiel ist dieser – mit Verlaub - bescheuerte Artikel in der sowieso bescheuerten Jungen Welt. Selbstredend beginnend mit der Schreckensmeldung der 100.000 getöteten Zivilisten. Nahezu müßig darauf hinzuweisen, dass diese Zahl absolut falsch ist und die Zahl der unmittelbar durch den Befreiungskrieg getöteten Zivilisten bedeutend geringer liegt. Durch Verwendung modernsten Gerätes und sehr kluger Militärstrategie konnte die Zahl an Opfern auf – immer noch bedauerliche, aber unvermeidbare - 1.000 reduziert werden.
Das unmittelbare Thema des Textes ist jedoch ein Vergleich der Menschenrechtsverstöße zwischen dem kommunistischen Kuba und den Vereinigten Staaten, mit dem Resultat, (wie soll es auch anderes sein) dass in Kuba die Menschenrechtssituation doch besser sei als in den USA. Geht nicht? Aber ja doch, das geht. Gefordert wird ferner eine Verurteilung der USA auf Grund der Menschenrechtsverletzungen in Guantánamo Bay. Über die Lage der Inhaftierten dort lässt sich sicherlich streiten, zugegeben. Doch noch bemerkenswerter als überhaupt einen solchen Vergleich anzustellen ist die Begründung, warum denn eine Verurteilung der Menschenrechtssituation auf Kuba unzulässig (!) ist:

»Die US-Regierung besitzt keine moralische Autorität, die Lage der Menschenrechte in Kuba zu beurteilen, wo es keinen Fall von Verschleppung, Folter oder extralegaler Hinrichtung gegeben hat und das trotz der Blockade internationale anerkannte Erfolge in der Bildungs-, Gesundheits- und Kulturpolitik vorzuweisen hat«, heißt es in dem Dokument […] das unter anderem von Rigoberta Menchú, Harry Belafonte, Ignacio Ramonet, Frei Betto und Ernesto Cardenal unterzeichnet wurde.



Lesen wir uns das noch einmal in Ruhe durch. Es gibt also auf Kuba keinen Fall von Verschleppung, Folter oder illegaler Hinrichtung. Wie auch ich beim ersten, und auch zweiten, und auch x-ten Lesen, starren Sie wohl ungläubig auf den Bildschirm. Einzig allein die Tatsache, dass jeder, der über diese Taten auf Kuba berichten könnte bereits in Gewahrsam genommen wurde oder selbst Opfer des kubanischen Regimes wurde, könnte diese bloße Lüge uns noch in geringem Maße verständlich machen.
Was wurde eigentlich aus der klassischen Linken, die noch vor wenigen Jahrzehnten vehement eintrat für die Unveräußerlichkeit der Menschenrechte? Sie verkam zu diesem Dreck. Eine solche Aussage traue ich ja nicht einmal irgendeinem Staatsdiener im Lehrerdasein zu! Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Junge Welt Lügenmärchen publiziert, womit sie in Deutschland keinesfalls die Ausnahme sonder eher die Regel darstellt, Harry Belafonte ein dummer Trottel ist der hoffentlich bald nach Kuba auswandert um sich dort am letzten Stück menschenverachtenden Sozialismus zu erfreuen und die Seite, über die ich auf diesen, und schlimmer noch, viele andere idiotische und unglaublich stupide Artikel gestoßen bin, einem der – Verzeihung – Ars**lö**er der Nation gehört: Konstantin Wecker. Man betrachte nur diese Zusammenstellung seiner Meinung nach „wichtigen“ Artikeln und bilde sich selbst eine Meinung, anhand der Fakten zu den einzelnen Themen ist eigentlich nur der obige Schluss möglich!



Mittwoch, April 06, 2005

Ja oder Nein? Jein!

Ich war tatsächlich drauf und dran "unseren" Außenminister und Steinewerfer Joseph Fischer lobend wegen seiner Distanzierung zur Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China zu erwähnen. Die Betonung liegt auf "war". Gerade las ich dieses Interview in der "Zeit", hier einige besonders bemerkenswerte Auszüge:


ZEIT: Wenn Sie skeptischer sind als der Kanzler, dann müssten Sie doch auf eine Änderung der Position der Bundesregierung hinwirken.

Fischer: Die EU-Außenminister arbeiten an einem Konsens, den wir noch nicht haben. Dabei spielen auch die Menschenrechtslage, die regionale Stabilität und die Vereinbarung eines wirksamen restriktiven EU-Verhaltenskodexes für Rüstungsexporte eine Rolle. Zudem die amerikanischen Bedenken. Daran wird man arbeiten müssen – das weiß ich, das weiß der Kanzler –, wenn man einen Konsens erreichen will.

ZEIT: Gehen Sie auf die Kritiker zu, oder sind Sie ein Kritiker?

Fischer: Ich glaube, an diesem Punkt muss man im Wesentlichen ergebnisorientiert denken. Wer einen Konsens will, der muss versuchen, in Richtung der Kritiker voranzukommen. Nur so lässt sich die Skepsis überwinden und die Situation wirklich verändern.

ZEIT: Sind Sie für oder gegen eine rasche Aufhebung des Embargos?

Fischer: Ich habe Ihnen meine Antwort gerade gegeben.


Achso, Der Herr Außenminister hat uns seine Antwort bereits gegeben. Wo? Leider konnte ich diese nicht erkennen, was ich aber erkennen konnte, war inhaltsloses Gerede um der Frage auszuweichen.

ZEIT: Wenn im Bundestag abgestimmt wird: Wofür werden Sie stimmen?

Fischer: Das werden wir sehen, wenn ich weiß, was zur Abstimmung steht.


Es steht dann zur Abstimmung die Aufhebung des Waffenembargos gegen China. Falls Fischer wirklich nicht annehmen kann, was dann zur Abstammung steht, ist er selbst für die Reinigung der Bundestagstoilette unterqualifiziert. Das muss dann weiterhin die im Bundestag vorteilhaft direkt am Toiletteneingang sitzenden "Klotante" übernehmen.
Aber das analytische Denken scheint nicht gerade die Stärke des Herrn Fischer zu sein. Welche Stärken hat er denn nun?

ZEIT: Wie beurteilen Sie im Blick auf den Libanon und Palästina den Siegeszug der Freiheit im Nahen und Mittleren Osten?

Fischer: Der Tod von Palästinenser-Präsident Arafat und die Ermordung des libanesischen Präsidenten Hariri waren hier die auslösenden Faktoren. Mein Herz ist immer auf der Seite der Freiheit. Ich hätte mir nichts mehr gewünscht, als nach dem Irak-Krieg widerlegt worden zu sein...

ZEIT: ...vielleicht sind Sie dabei, widerlegt zu werden.

Fischer: Ich wünschte, es wäre so.


Hört, hört. Josephs guter Freund und Weggefährte Yassir ist Gott sei Dank endlich tot, - eigentlich äußerst bedauerlich, dass es doch noch so lange gedauert hat und deswegen Dutzende Israelis ihr Leben ließen - und Fischer wünscht sich er wäre widerlegt worden. Erstaunlich, dass ein offensichtlich geistesgestörter und fernab der Realität lebender Mensch noch ein solches Amt bekleiden darf. Aber Geistesgestörtheit und ungeheuerliche Realitätsferne sind uns bei den Grünen ja nicht unbekannt. Hör ich dort draußen irgendjemanden Trittin und Atomenergie rufen? Nicht doch, nicht doch...



Wo stehen Sie?

Dank Herrn Mallokent aus dem Forum wurde ich auf diese tolle Seite aufmerksam, die ich nur dringend empfehlen kann! Wer anhand durchaus überlegter Fragen eine Selbsteinschätzung seiner politischen Position haben möchte sollte sich dies nicht entgehen lassen!
Ergebnismitteilung erwünscht!



Dienstag, April 05, 2005

Fischer`s Rundumschlag

Joseph Fischer steht momentan – berechtigterweise - bekanntermaßen unter Druck. Die Visa-Affäre, ein drohender Parteispendenskandal und nun auch noch die "Illoyalität" einiger Beamten des Auswärtigen Amtes. Grund dafür ist der Streit um die Totenehrung von Beamten des Auswärtigen Amtes die jedoch in früheren Zeiten Mitglied der NSDAP waren oder einer ihrer Tochterorganisationen angehörten. Keineswegs sollte man solche Mitgliedschaften in irgendeiner Weise verharmlosen, doch kann es richtig sein, dass ein ehemaliger Bundesminister und Vizekanzler und sogar ein Bundespräsident auf Grund ihrer Vergangenheit sämtlichen Anspruch auf eine Totenehrung verlieren würden bzw. könnten? Wer in der Zeit des Nationalsozialismus dieses menschenverachtenden Systems unterstützt hat trägt eine große moralische Schuld. Doch hat er jahrelang, gar jahrzehntelang als Demokrat für die Freiheit und die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland gekämpft, so sollte man sich nicht auf eine kurze Phase im Leben dieses Menschen versteifen sondern sein gesamtes Leben betrachten. Erst dann sollte man eine fundierte Schlussfolgerung ziehen, nicht vorher eine stupide Pauschalisierung wie Joseph Fischer vornehmen.



Sonntag, April 03, 2005

Veritas Vos Liberabit - Ein Nachruf

Karol Woijtyla - Ioannes Paulus II.
1920 - 2005



Es ist nicht nur vom ethischen Standpunkt her nicht gestattet, die Natur des Menschen, der zur Freiheit geschaffen ist, zu übersehen. Es ist praktisch gar nicht möglich. Dort, wo sich die Gesellschaft so organisiert, daß der legitime Raum der Freiheit willkürlich eingeschränkt oder gar zerstört wird, löst sich das gesellschaftliche Leben nach und nach auf und verfällt schließlich.


(Encyclica Centesimus Annus, 1. Mai 1991)

In einem Jahrhundert der Kollektivismen, der Verblendung durch inhumane Heilslehren und der Versklavung des Menschen durch den Menschen hat Johannes Paul II. das Wort ergriffen für die Vernunft, für die objektive wie auch die seinem Glauben nach offenbarte Wahrheit, und für die Einsicht in die Natur des Menschen als in Freiheit und Würde geborenem Wesen.


Zitate des Papstes zu Freiheit und Menschenrechten:



Der Mensch hat das Recht, seine Heimat aus verschiedenen Gründen zu verlassen - wie auch dorthin zurückzukehren - und in einem anderen Land bessere Lebensbedingungen zu suchen.


An diesem Punkt sollte man hinzufügen, daß es in der heutigen Welt noch viele weitere Formen der Armut gibt. Verdienen nicht der Mangel oder der Entzug gewisser anderer Güter ebenfalls diesen Namen? Lassen nicht etwa die Leugnung oder die Einschränkung der Menschenrechte - ich nenne zum Beispiel das Recht auf Religionsfreiheit, das Recht, am Aufbau der Gesellschaft teilzunehmen, die Freiheit, Vereinigungen zu bilden, Gewerkschaften zu gründen oder Initiativen im wirtschaftlichen Bereich zu ergreifen - die menschliche Person ebenso, wenn nicht sogar noch mehr, verarmen als durch die Entbehrung materieller Güter? Und ist eine Entwicklung, die nicht diese Rechte voll bejaht, wirklich eine Entwicklung in menschlicher Dimension?


In Rerum novarum machte Leo XIII. gegen den Sozialismus seiner Zeit nachdrücklich den natürlichen Charakter des Rechtes auf privates Eigentum mit verschiedenen Argumenten geltend. Dieses für die Autonomie und Entwicklung der Menschen grundlegende Recht ist von der Kirche bis in unsere Tage stets verteidigt worden.




Die moderne Betriebswirtschaft enthält durchaus positive Aspekte. Ihre Wurzel ist die Freiheit des Menschen, die sich in der Wirtschaft wie auf vielen anderen Gebieten verwirklicht. Die Wirtschaft ist ein Teilbereich des vielfältigen menschlichen Tuns und in ihr gilt, wie auf jedem anderen Gebiet, das Recht auf Freiheit sowie die Pflicht, von ihr verantwortlichen Gebrauch zu machen.


Man muß außerdem hervorheben, daß in der heutigen Welt unter den anderen Rechten oft auch das Recht auf unternehmerische Initiative unterdrückt wird. Und doch handelt es sich um ein wichtiges Recht nicht nur für den einzelnen, sondern auch für das Gemeinwohl. Die Erfahrung lehrt uns, daß die Leugnung eines solchen Rechtes oder seine Einschränkung im Namen einer angeblichen "Gleichheit" aller in der Gesellschaft tatsächlich den Unternehmungsgeist, das heißt, die Kreativität des Bürgers als eines aktiven Subjektes, lähmt oder sogar zerstört. Als Folge entsteht auf diese Weise nicht so sehr eine echte Gleichheit als vielmehr eine "Nivellierung nach unten". Anstelle von schöpferischer Eigeninitiative kommt es zu Passivität, Abhängigkeit und Unterwerfung unter den bürokratischen Apparat, der als einziges "verfügendes" und "entscheidenes" - wenn nicht sogar "besitzendes" - Organ der gesamten Güter und Produktionsmittel alle in eine Stellung fast völliger Abhängigkeit bringt, die der traditionellen Abhängigkeit des Arbeiterproletariers vom Kapitalismus gleicht. Das ruft ein Gefühl von Frustration oder Resignation hervor und bringt die Menschen dazu, sich aus dem Leben der Nation zurückzuziehen, indem viele zur Auswanderung gedrängt werden und ebenso eine Form von "innerer" Emigration gefördert wird.


Es sind die Massen der Arbeiter, die der Ideologie, die angeblich in ihrem Namen spricht, die Legitimation entziehen.




Der Marxismus war der Meinung, daß es erst nach Radikalisierung der sozialen Gegensätze möglich wäre, durch eine gewaltsame Auseinandersetzung zu einer Lösung zu gelangen. Die Kämpfe hingegen, die zum Zusammenbruch des Marxismus führten, bemühten sich mit Zähigkeit, alle Wege der Verhandlung, des Dialogs und des Zeugnisses der Wahrheit zu gehen. Man appellierte an das Gewissen des Gegners und man war bemüht, in ihm das Bewußtsein der gemeinsamen Menschenwürde zu wecken.


Hier geht es nicht bloß um ein technisches Problem, sondern vielmehr um die Folgen der Verletzung der menschlichen Rechte auf wirtschaftliche Initiative, auf Eigentum und auf Freiheit im Bereich der Wirtschaft. Dazu kommt die kulturelle und nationale Dimension.


Die wahre Ursache der jüngsten Ereignisse ist jedoch die vom Atheismus hervorgerufene geistige Leere. Sie hat die jungen Generationen ohne Orientierung gelassen (...)




Im übrigen gibt das Zweite Vatikanische Konzil jenen eine Antwort, denen die Erhaltung der Gewissensfreiheit ein Anliegen ist: »Die menschliche Person hat das Recht auf religiöse Freiheit. Diese Freiheit besteht darin, daß alle Menschen frei sein müssen von jedem Zwang, sowohl von seiten Einzelner wie gesellschaftlicher Gruppen, wie jeglicher menschlichen Gewalt, so daß in religiösen Dingen niemand gezwungen wird, gegen sein Gewissen zu handeln, noch daran gehindert wird, privat oder öffentlich, als einzelner oder in Verbindung mit anderen innerhalb der gebührenden Grenzen nach seinem Gewissen zu handeln.«


Die Ereignisse des Jahres 1989 bieten ein Beispiel für den Erfolg des Verhandlungswillens und des evangelischen Geistes gegenüber einem Gegner, der entschlossen war, sich nicht von sittlichen Normen eingrenzen zu lassen. Sie sind eine Warnung für alle, die im Namen des politischen Realismus Recht und Moral aus der Politik verbannen wollen.


Für den moralischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau in den Ländern, die den Kommunismus aufgegeben haben, bedarf es einer großen Anstrengung. Über lange Zeit wurden die elementarsten Wirtschaftsbeziehungen verzerrt. Grundlegende Tugenden des Wirtschaftslebens, wie Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit, Fleiß, wurden entwürdigt. Es braucht einen geduldigen materiellen und moralischen Wiederaufbau.




In den totalitären und autoritären Regimes wurde das Prinzip des Vorrangs der Macht vor der Vernunft auf die Spitze getrieben. Der Mensch wurde gewaltsam zur Annahme einer Weltanschauung gezwungen, zu der er nicht durch das Bemühen der eigenen Vernunft und die Ausübung seiner Freiheit gelangt war. Dieses Prinzip muß zum Sturz gebracht werden und die Rechte des menschlichen Gewissens, das nur der Wahrheit, sowohl der natürlichen wie der geoffenbarten, verpflichtet ist, müssen wieder voll zur Geltung kommen.


Wenn für den Menschen das Recht besteht, auf seinem Weg der Wahrheitssuche respektiert zu werden, so besteht noch vorher die für jeden schwerwiegende moralische Verpflichtung, die Wahrheit zu suchen und an der anerkannten Wahrheit festzuhalten.


Man muß ferner betonen, daß keine gesellschaftliche Gruppe, wie zum Beispiel eine politische Partei, das Recht hat, das Führungsmonopol an sich zu reißen; denn das führt zur Zerstörung des wahren Subjektcharakters der Gesellschaft und der Bürger als Personen, wie es bei jedem Totalitarismus geschieht. In einer solchen Situation werden der Mensch und das Volk zu "Objekten", trotz aller gegenteiligen Erklärungen und verbaler Beteuerungen.


Um entsprechenden Kommentaren vorzugreifen: Ich bin nicht der Ansicht, daß der Papst in allem, was er sagte, Recht hatte. Wie jeder Mensch hat er auch geirrt. In seiner Ablehnung der Verhütung und seiner Kritik des Welthandels hat er beispielsweise hat er Vor-und Nachteile des Kritisierten und der Alternativen meines Erachtens falsch gewichtet. Aber die Grundlage seines gesamten Denkens war das Bild des Menschen als Individuum mit natürlicher Freiheit und Würde, und für sein unermüdliches Eintreten dafür überall in der Welt sind wir ihm Achtung und Dankbarkeit schuldig.



Freitag, April 01, 2005

Erraten Sie den Todeszeitpunkt und gewinnen Sie!

Seit zwei Tagen wächst in mir großes Unbehagen und Verdruß. Nein, es ist eher Wut, es wächst die sowieso schon nicht geringe Wut gegenüber den Massenmedien, genauer gesagt den Fernsehsendern. Zuerst wird in einer unglaublich reißerischen Art und Weise über das Ableben von Terry Schiavo "berichtet", die Intimsspähre der Angehörigen und die Würde der Wachkomapatientin auf`s Übelste verletzt und ständig die Bilder von weinenden und leidenen Angehörigen gezeigt. Und schon ist das nächste Thema griffbereit. Papst Johannes Paul wird möglicherwiese diese Nacht sterben. Nun bin ich ganz und gar nicht frommer und gläubiger Christe, sondern das genaue Gegenteil, Atheist. Aber die Berichterstattung ist - einfach ausgedrückt - widerlich. Unwürdig die Berichterstattung der Medien. Nicht nur, dass diese inzwischen seit mehr als 24 Stunden LIVE vor Ort sind und über jedes noch so kleinste Detail eine Sondersendung erstellen, nein, sie erstatten auch in einer respektlosen Art und Weise Bericht, dass es wahrhaftig schon zum Anwidern ist. Zu den Meldungen fehlt wirklich nur noch ein Säule am Rand die in Prozent den Abschluß des Todesprozesses des Papstes angibt, oder ein Gewinnspiel bei dem der richtige Todeszeitpunkt erraten werden muss und dem Gewinner ein saftiger Preis winkt.
Warum die Medien nicht einfach den Tod mit Respekt und Würde betrachten können, bleibt mir ein Rätsel.
Doch des Rätsels Lösung ist schnell gefunden, die Einschaltquoten stimmen. Die Zuseher bekommen freilich nur das zu Gesicht, was sie sehen möchten.
Ich für meinen Teil schalte Nachrichten über den Todesakt des Papstes nun aus, ich möchte nicht mehr teilhaben an diesem unwürdigen Medienschauspiel.



Hauptsache, die Richtung stimmt Teil 2

“Für eine Kultur des Lebens sollen sich die Menschen einsetzen, sagt der amerikanische Präsident, und die Schwachen beschützen. Was könnte zynischer klingen aus dem Munde eines Mannes, der die Todesstrafe unterstützt, und sich nicht um die mehr als vierzig Millionen Amerikaner kümmert, die nicht mal eine Krankenversicherung haben.”


Ein tolles Zitat, wahrhaftig! Gestern konnte man dies aus dem Munde von Christiane Meier auf der ARD vernehmen. Wieder einmal bekommt die deutsche Bevölkerung triefenden Antiamerikanismus ungeniert und aufnahmefertig serviert. Das einzig wirklich zynische ist, das wir für diese billige und schwachsinnige Polemik zum "Bush-Bashing" auch noch gezwungenermaßen bezahlen müssen.
Anscheinend ist für die deutschen Medien, hier die ARD, nicht mal möglich, eines der intimsten Ereignisse überhaupt, den Tod eines nahen Angehörigen, mit der gebührenden, erforderlichen Distanz zu respektieren.